Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss des Vorkommens von Allantoin, Asparagin, Hypoxanthin und Guanin in den Pflanzen
Person:
Schulze, E. E. Bosshard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16580/3/
Hs war von Intoresse, zu prüfen, ob das Vorkommen 
von Allantoin im Pflanzenorganismus ein vereinzeltes, etwa 
nur auf die Platanen beschränktes sei, oder ob auch andere 
Pflanzen diesen Stoff enthalten. Wir haben daher zunächst 
noch mit einer Anzahl von Ilolzgewächsen Versuche angestellt. 
Pie mit Knospen besetzten Zweige wurden im Frühjahr (kurz 
vor dem Zeitpunkt, in welchem die Knospen aufzubreehen 
begannen) von den Bäumen abgeschnitten, mit dem untern 
Kode in Wasser gestellt und so bei Zimmertemperatur 
belassen, bis die jungen Sprossen kein merkliches Wach>- 
thum mehr zeigteri; dann wurden die letzteren von den 
Zweigen abgetrennt. 
Uober die Art und Weise, in welcher wir diese Sprossen 
untersuchten, ist Folgendes zu bemerken: Anfangs trockneten 
wir dieselben bei einer Temperatur von 50—60°, zerkleinerten 
sie sodann und extrahirten sie mit heissem Wasser (in einigen 
Fällen mit heissem, stark verdünntem Alkohol). Die Extrakte 
versetzten wir mit Bleiessig, so lange ein Niederschlag ent¬ 
stand; dann fdtrirten wir, entfernten aus dem Filtrat das 
gelöste Blei durch Schwefelwasserstoff, dunsteten die vom 
Schwefelblei abgelaufene Flüssigkeit im Wasserbade auf ein 
geringes Volumen ein und Hessen sie dann über Schwefel¬ 
säure stehen, bis sich Krystalle ausschieden. Später fanden 
wir es zweckmässiger, das folgende Verfahren anzuwenden: 
Die Sprossen wurden in frischem Zustande zerkleinert, dann 
mit heissem Wasser extrahirt, die Extrakte mit Bleiessig ver¬ 
setzt, so lange noch ein Niederschlag entstand; den von den 
Bleiniederschlägen abfiltrirten Flüssigkeiten fügten wir sodann 
eine wässerige Lösung von sal peter saurem Queck¬ 
silberoxyd1) in schwachem Ueberschuss zu. Die durch 
dieses Reagens hervorgebrachten weissen Niederschläge wurden, 
nachdem sie abfiltrirt und mit kaltem Wasser ausgewaschen 
1) Die für obigen Zweck verwendete Lösung erhielten wir, indeiy 
wir ein krystallinisches Präparat von salpetersaurem Quecksilberoxy.l 
(bezogen von H. Trommsdorff in Erfurt) mit kaltem Wasser 
behandelten und das ungelöst bleibende basische Salz durch Filtration 
entfernten.
        

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