Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss des Vorkommens von Allantoin, Asparagin, Hypoxanthin und Guanin in den Pflanzen
Person:
Schulze, E. E. Bosshard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16580/24/
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Die vom der oben erwähnten, aus Asparagiu, Guanin 
etc. bestehenden Ausscheidung abfdtrirte Mutterlauge gab mit 
anmioniakalischer Silberlösung einen starken Niederschlag. 
Aus der Auflösung desselben in heisser verdünnter Salpeter¬ 
säure (hergestellt unter Zusatz von etwas Harnstoff) schieden 
sich beim Erkalten feine Krystalle aus. Bei. der Zerlegung 
in der früher beschriebenen Weise (mittelst Schwefelwasser¬ 
stoff u. s. w.) lieferten dieselben noch etwas Guanin, der 
grösste Theil bestand sehr wahrscheinlich aus Hypoxanthin- 
Silbernitrat. ’ 
Die im Vorigen gemachten Mittheilungen liefern eine 
neue Stütze der auf Grund der frühem Untersuchungen von 
A; Kossel ausgesprochenen Annahme, dass Hypoxanthin, 
Xanthin und Guanin entweder präformirt oder in gebundenem 
Zustande (in den Nucleinen) sowohl im thierrschen Organis¬ 
mus wie im Pflanzenkörper in grösster Verbreitung: Vor¬ 
kommen.1) Ferner aber dürfte aus unseru Mittheilungen zu 
entnehmen sein, dass bei Aufsuchung jener stickstoflroiehen 
Basen in den Pflanzen die Ausfüllung derselben durch salpeter¬ 
saures Quecksilberoxyd unter Umstünden mit Vortheil ver¬ 
wendet werden kann. 
Dass aber überhaupt bei einer Prüfung der Pflanzen 
auf stickstoffhaltige Stoffwechselprodukte die Unter¬ 
suchung der Niederschlüge, welche' durch salpetersaures 
Quecksilberoxyd in den zuvor durch Behandlung mit 
einer ßleisalzlösung gereinigten wässerigen Extrakten hervor- 
gebrächt werden, sehr gute Dienste leisten kann, darf be¬ 
hauptet werden; denn in diesen Niederschlägen finden sich 
ja nicht nur Asparagin und Glutamin, sondern auch 
Allantoin, Hypoxanthin und Guanin vor. Auch 
D Wie aus den oben im Text gemachten Mittheilungen zu ersehen 
i't, sind es eigentlich nur beiläufige Beobachtungen, welche wir fiber 
das Auftreten der Xanthinkörper in den Pflanzen gemacht haben. Ware 
die Darstellung dieser Stoffe ein Hauptzweck unserer f ntetsuchungen 
gewesen, so wurden wir selbstverständlich die von Kos sei gemachten 
Beobachtungen venverthet und die Pflanzen nicht mit. Wasser, sondern 
mit einer verdünnten Säure extrahirt haben.
        

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