Bauhaus-Universität Weimar

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aussen zu erhalten, als Schutz gegen Diffusion). In beiden 
Kolben lagert sich nach einiger Zeit eine dichte, etwa 0,5 cm. 
dicke Schicht von Gasbläschen auf die Flüssigkeit, doch wird 
sie ab und zu durch das Schütteln zerrissen. 
Der Sauerstoff war im Gasometer über Wasser aufgefangen worden 
und strich vor der Einleitung über Natronkalk und Chlorçalcium ; der 
Wasserstoff, aus reinstem Zinn und reiner Salzsäure bereitet, wurde 
durch Wasser und ferner durch eine Lösung von schwefelsaurem Silber 
gewaschen und schliesslich auch durch ein U-Rolir mit Chlorcalcium 
geleitet. Die zur Wasserstoffleitung benutzten Schläuche bestanden aus 
schwarzem Gummi und hatten 3 mm. Wandstärke ; an den Verbindungs¬ 
stellen waren sie mehrmals festgebunden. Bei einem Drucke von 50 cm. 
Wasser schlossen die beiden Versuchskolben inclusive der Leitungen 
vollkommen. 
Gleichzeitig mit dem Kolben A und B stellte ich auch 
die dritte der sterilisirten Flaschen mit Gährflüssigkeit in den 
Brütkasten, aber nicht in den Schüttelapparat. 
Dieselbe hatte 500 cc. Inhalt und cylindrische Form, so dass die 
ïiOO cc. Gährflüssigkeit darin eine 5 cm. hohe Schicht einnahmen, dem¬ 
nach betrug die Oberfläche der Flüssigkeit 40 qcm. lieber die Flasche 
war eine Wattkappe gebunden. 
Nachdem innerhalb drei Stunden ungefähr 3 Liter von 
jedem Gase in die Kolben A und B eingeleitet waren, konnte 
man die Gährflüssigkeiten als mit den betreffenden Gasen so 
ziemlich gesättigt betrachten ; die Einleitung wurde unter¬ 
brochen und die Gährlösungen in A und B, sowie in C inficirt. 
Hierzu waren bereits 24 Stunden früher 6 cbcm. einer Reincultur 
des Bacterium Fitz, in eine sterilisirte Nährlösung von 60 cbmm. mit 
5°/o Glycerin, 0,5°(o Flaischextrakt bei Zugabe von 1,5 gr. Calciumcarbonat 
übertragen worden; diese Nährlösung befand sich in einem sog. Saft¬ 
gläschen, welches durch einen Wattpfropfen mit zwei eingewickelten 
Röhren verschlossen war. Die Einrichtung der Röhren, genau gleich 
derjenigen, welche bei den Flaschen mit Nährlösung oben beschrieben 
wurde, ermöglichte es, nach der Reihe je eine derselben mit der Röhre 
a des Kolbens A, dann mit a des Kolbens B luft- und pilzdicbt zu ver¬ 
binden und durch Saugen an den Röhren b einen Theil der Gährflüssig¬ 
keit, nachdem dieselbe kräftig umgeschüttelt war, aus dem Saftgläschen 
in die Kolben hineinzuziehen. Der Rest der Inficirflüssigkeit, etwa ein 
Drittel derselben, wurde in die Flasche C als Aussaat direkt eingegossen. 
Dann kamen sämmtliche drei Versuchsculturen wieder 
in den Brütkasten und wurde bei A und B die Gaseinleitung 
aufgenommen (nachdem die Röhren a wieder mit den Glas-
        

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