Bauhaus-Universität Weimar

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Zellen, wie sie Prazmowski und Fitz bei Behandlung mit 
Jod manchmal erhalten haben, die ich aber nie beobachten 
konnte, verstehen (Bacillus amylobacter, van Tieghem!?). 
111. Bacillus subtiüs. 
Dieser Spaltpilz, welcher sich wie die vorhergehenden 
auf dem Heu vorfindet, sei nur erwähnt, um die bis jetzt 
bekannten Unterscheidungsmerkmale, welche ihn von den erst 
beschriebenen trennen, aufzuführen. 
Das Reinculturverfahren von Roberts und 
F. C o h n benützt die grosse Widerstandsfähigkeit der Sporen 
dieses Bacillus gegen die Siedehitze (eine Stunde ein wirkend); 
die Sporen des Bacterium Fitz., sowie die des Butylbacillm 
gehen beim Kochen früher zu Grunde. Bacillus subtilis lebt 
auf ruhenden Cultural ausschliesslich als Decke, wodurch 
sein grosses Sauorstoffbedürfniss dokumentirt wird; 
nur in sehr guten Nährlösungen erscheint die Flüssigkeit selbst 
getrübt. Durch Zusatz von Jodtinktur erfolgt keine 
Blaufärbung, dagegen zerfallen die meisten längeren 
Stäbchen in einzelne, getrennte Glieder. In einer 
Nährlösung von 5 ü/o Glycerin und 2 °/o Fleischextract bei 
Zugabe von Calciumcarbonat bilden die Heubacillen lange 
Stäbchen, welche ganz wesentlich breiter als die des Bac¬ 
terium Fitz, und die des Butÿlbacillus sind, so dass sie an 
ihrer plumpen Form von diesen unterschieden werden können. 
Bacillus subtilis besitzt in gewissen Stadien der Culturen eine 
grosse Beweglichkeit, welche an den Butÿlbacillus erinnert. 
Wie bekannt, ist die nahe Verwandtschaft des Heubacfc 
mit dem Milzbrandpilz durch Hans Büchner nachgewiesen 
worden. Als Gährungserreger wurde Bacillus sub- 
tilis noch nie angetroffen. 
Im verflossenen Jahre hat G. Vandevelde Studien zur Chemie 
des Bacillus subtilis veröffentlicht1). Der Verfasser betrachtet diesen 
Spaltpilz als Gährungserreger. Die Versuche Prazmowski’s2) welcher 
») Diese Zeitschrift, Bd. VIII, S. 367. 
2) Untersuchungen über die Entwickelungsgefchichte einiger Bac- 
terienarten, 1880, S. 19.
        

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