Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Kupferoxyd reducirenden Substanzen des normalen Harnes
Person:
Flückiger, M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16573/5/
übergeht, so ist damit die Reihe der bisher bekannt gewor¬ 
denen Körper dieser Art erschöpft. 
Es tritt also die Glycuronsäure mit den verschieden¬ 
artigsten, dem Organismus einverleibten Stoffen in Verbindung 
und wird dann mit dem Harn ausgeschieden; es ist kaum 
zu bezweifeln, dass auch im normalen Stoffwechsel gering»* 
% * 
Mengen dieser Säure gebildet werden und in den Harn über¬ 
gehen. Ihre Eigenschaften machen ihre Entstehung aus dem 
Zucker äus-erst wahrscheinlich. Im diabetischen Hain ist 
wiederholt eine stärkere RechtsdrelUmg, als dein durch 
Titrirung bestimmten Zuckergehalt entsprach, beobachtet 
worden und möglicher Weise durch Anwesenheit von Glycuron- 
säure zu erklären; sollte sich diese Annahme bestätigen, so 
würde dadurch der angedeutete Zusammenhang zwischen 
Zucker und Glycuronsäure noch wahrscheinlicher. 
Die Untersuchungen von Schmiedeberg, v. Mering u.Ä. 
haben gezeigt, dass die fragliche Säure schon heim Erhitzen 
ohne Zusatz irgend welcher Agentien sich ausserordentlich 
leicht zersetzt ; es kann deshalb aus der Thatsachc, dass bisher 
bei normalem Stoffwechsel weder in thierischen Sccreien noch 
Kxcreten Glycuronsäure nachgewiesen worden ist, keineswegs 
auf völlige Abwesenheit derselben geschlossen werden. 
Der normale menschliche Harn enthält Substanzen von 
zum Theil unbekannter Natur, welche Kupferoxyd redlich en ; 
unter diesen müsste die Glycuronsäure, wenn sie überhaupt 
vorhanden ist, enthalten sein, hier muss sie gesucht werden. 
Bevor ich zu meinen eigenen, von diesem .Gesichtspunkt aus 
angestellten Versuchen übergehe, muss erörtert werden, was 
bisher von diesen reducirenden Substanzen bekannt geworden 
ist, insbesondere die Frage, ob unter denselben Trauben¬ 
zucker regelmässig vorhanden oder sogar als hauptsächlicher 
mlucirender Bestandlheil des Harnes anzusehen sei. 
II. Enthält der normale menschliche Harn Traubenzucker? 
Diese Frage ist seit langer Zeit Gegenstand äusser¬ 
en deutlich zahlreicher Forschungen gewesen. Eine Reihe ver¬ 
schiedener Methoden ist ersonnen worden,, um qualitativ oder
        

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