Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Bestimmung des Kuh-Caseins durch Fällung mit Schwefelsäure
Person:
Frenzel, Joh. Th. Weyl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16567/2/
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Auf Grund einer grossen Reihe von Versuchen mit 
Säuren verschiedener Concentration, blieben wir zuletzt bei 
einer Schwefelsäure von 1 °/oo, d. h. bei einer Säure, welche 
l cbcm. reiner eoncentrirter Schwefelsäure von 1,84 specit. 
Gewicht auf 1 Liter destillirtes Wasser enthält, Stehen. Diese 
Säure wurde hei allen im Folgenden nvitgetheilten Ana¬ 
lysen benutzt. 
Man verfährt im Einzelnen folgendermasseri : ' 
In einem Becherglase von 150 cbcm. Inhalt befinden 
sich GO cbcm. destillirtes Wasser. Zu diesen fä§st man 
20 cbcm. einer gut umgeschCttelten Milch, die njit der 
Pipette1) abgemessen sind, fliessen. .Man rührt um und ’ 
lässt unter fortwährendem Rühren zur verdünnten Milch aus 
einer Bürette 30 cbcm. Schwefelsäure von 1° •» (s. o.) fliesen^ - 
Der Rührstab wird abgespritzt und das Glas für einige 
Stunden bedeckt in einen kalten Raum gestellt2). 
Die über dem Niederschlage stehende Lösung wird 
bluic diesen aufzurühren, durch ein aschefreies gewogenes 
Filter gegossen. Zuletzt bringt man den Niederschlag auf 
dasselbe und wäscht 2 mal mit Wasser nach’ Nachdem das 
Filter abgetropft ist, wird 2mal mit Alkohol ausgewaschen. 
Zunächst mit Spiritus von etwa 00%, dann mit absolutem 
Alkohol. Zuletzt wäscht man das Filter mit Aether, und 
zwar bei abgesahnter Milch 10 mal, bei voller Milch Lj trial. 
Das bei ilO° getrocknete Filter wird gewogen und 
event, unter Zusatz von frisch ausgeglühtem Eisenoxyd «ver¬ 
ascht»3). 
0 Mit den gewöhnlichen Büretten lässt sich Milch kaum 
genau genug abmessen. Höchstens mit solchen von sehr geringem 
Querschnitt. 
2) Besondere Versuche zeigten, dass das Endresultat durch längeres 
Stehen nicht vergrössert wird. 
3) Das beim Veraschen des Gaseins mit Eisenoxyd gefundene 
phosphorsaure Eisenoxyd als «Asche» im gewöhnlichen Sinne zu. be¬ 
zeichnen, halte ich für ungerechtfertigt. Die Phosphorsaure gehört zum 
Gaseïnmolekül. Nur diejenigen unorganischen Bestandtheile des Gaseins, 
welche nicht Phosphorsäure sind, dürfen als Asche betrachtet werden. 
Vergl. die ausgezeichneten Untersuchungen vo,n 0. Hammarsten*. 
Zeitschrift für physiologische Chemie, Bd. VII, S. 227 (1883).
        

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