Bauhaus-Universität Weimar

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Gegen die Beweiskraft dieses Versuches. konnte der 
Zweifel geltend gemacht werden, ob die angeführten Reactionen 
für die Gegenwart der Skatolcarbonsiiure vollkommen be¬ 
weisend sind, ob sie nicht auch von anderen Skatolderivaten 
abhängen könnten. Diejenige Zersetzung der Skatolcarbon¬ 
siiure, an welche man doch immer denkeit musste, ist die 
in Skatol und Kohlensäure. Das Skatol geht nach Brioger1) 
in Skatoxylschwefelsäure über und diese konnte möglicher¬ 
weise ganz dieselben Reactionen geben, wie die Skatolcärbon- 
säure. Von einer Reaction ist ohnehin bekannt, dass sie, 
vielleicht nicht ganz ebenso, aber docli sehr ähnlich, auch 
dem nach Skatolfütterung entleerten Harn zukömmt, nämlich 
die Reactionen mit Salzsäure + Chlorkalk (Brieger, 1. cit.) 
Es wurde daher der folgende Versuch angestellt; 
f *• 
Vorsuch III. Dasselbe Kaninchen, das zum vorigen Versuche . 
gedient hatte, erhielt nach einer Pause von einigen Tagen 0,111 gr. 
Skatol — etwas mehr, als der Skatolcarbousäure entspricht — in den 
Magen. (Das Skatol wurde in 3 cbem. Alkohol gelöst und mit ver¬ 
dünnter warmer Lösung von Gummi arabicum auf 40 cbcm.'gebracht. 
Das Skatol konnte so im Zustande sehr feiner Vertheilung eingeführt, 
werden.) Der Harn der nächsten 48 Stunden wurde gesammelt. Der¬ 
selbe zeigte in der That fast genau dieselben Reactionen. nur die Reac¬ 
tion mit Eisenchlorid-f-Salzsäure blieb zweifelhaft. Die weitere Ver¬ 
arbeitung des Harns genau nach demselben Verfahren ergab, nun aber 
bald einen sehr wesentlichen Unterschied: Beim Schütteln der äthe¬ 
rischen Lösung mit Natriumcarbonatlösung ging die fragliche Substanz 
mir spurenweise in die wässerige alkalische Lösung über. Dieselbe 
zeigte nur ganz-schwache Andeutung von Reactionen. Dagegen behielt 
der Aetlierauszug die Eigenschaft, sich mit salpetriger Säure violett 
zu färben. Ich will hier nicht die Frage discutiren, oh das ln*srhriebene 
Verhalten des Aetheräuszuges von Skatoxylschwefelsnuce abhängen kann 
— nach Analogie mit der Indoxylschwefelsäure wäre ja eine leichte 
Zersetzlichkeit der freien Säure auzunehmen — oder ob die übrigens 
schwache Reaction des Aetheräuszuges von anderen Umsetzungsprodukteu 
des Skatols abhängt, es genügt mir, dieses verschiedene Verhalten der 
beiden Harne zu constatiren, als ein Mittel, die Skatölcarbonsäure von 
den Substanzen zu unterscheiden, welche nach Einverleibung von Skatol 
im Harn auflreten. Von einer Verwechselung dieser Substanzen mit 
Skatolcarhonsäure kann demnach nicht die Rede sein. 
*) Zeitschrift für physiologische Chemie, Bd. IV, S. 414. 
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