Volltext: Ueber das Verhalten der Skatolcarbonsäure im Organismus (9)

28 
( 
tlieilon. Nimmt man für die Harnentleerung eines Tages rund 100 ehern 
so beträgt der Gehalt des Harns an Albumin 0,1%, ist also zwar gering, 
aber doch nicht unerheblich. 
Für die Skatolcarbonsfiure ergiebt sich aus dem Ver¬ 
such, dass sie den Organismus ohne eine Zersetzung 
zu erfahren, durchläuft. Immerhin war es aber sehr 
auffallend, dass ein — auch bei Berücksichtigung des Um¬ 
standes, dass wiederholt Proben des Harns zu qualitativen 
Versuchen abgenommen waren, doch immer nur — verhältniss- 
mässig kleiner Theil wieder dargestellt werden konnte. Dieser 
Umstand konnte sowohl auf der Zersetzung eines Theiles 
der Säure beruhen, als auch auf Mängeln der Methode der 
Gewinnung aus dem Harn, letzteres um so eher, als der 
Versuch der erste war, (die dritte Möglichkeit — mangel¬ 
hafte Resorption — konnte bei einer so leicht löslichen Sub¬ 
stanz, wie das Natriumsalz der Säure es ist, wohl ausge¬ 
schlossen werden). Zwischen diesen beiden Möglichkeiten zu 
entscheiden, gab es verschiedene Wege. Am nächsten hätte 
es gelegen, dieselbe Quantität Säure oder eine annähernd 
ebenso grosse dem 4-tägigen Harn desselben Kaninchens bei 
derselben Fütterung zuzufügen und die Wiederdarstellung zu 
versuchen. Die Kostbarkeit der Substanz Hess mich von 
diesem Versuche abstehen, es wurde vielmehr das Verhalten 
kleinerer Mengen zugeführter Skatolcarbonsäure untersucht. 
-Versuch II. 0,119 gr. Skatolcarbonsäure wurde als Natriumsalz 
einem Kaninchen hei KartofFelfütterung in den Magen gebracht. 
Der im Lauf der nächsten 48 Stunden gesammelte Harn gab un¬ 
zweifelhafte Reactionen auf Skatolcarbonsäure, enthielt kein Eiweiss. 
Er um de eingedampft, mit absolutem Alkohol ausgezogen, der Auszug 
verdunstet, mit Schwefelsäure angesäuert, mit Aether geschüttelt. 
Der ätherische Auszug wurde mit Natriumcarbonatlösung ge¬ 
schüttelt, wobei sämmtliche Säure in die wässerige alkalische Lösung 
uberging. Dieselbe wurde auf 100 ebem. verdünnt. Diese Lösung ent¬ 
hielt unter der Voraussetzung, dass sämmtliche Säure resorbirt und 
unverändert ausgeschieden war, sowie dass bei der Verarbeitung keine 
Veiluste stattgefunden hatten, etwas über l°,oo Skatolbarhonsäure. Die 
Reactionen dieser Lösung! waren ebenso rein, aber nicht so stark wie die 
einer 1 promilligen Lösun/g. Der grösste Theil war somit sicher unver¬ 
ändert ausgeschieden.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.