Volltext: Ueber das Verhalten der Skatolcarbonsäure im Organismus (9)

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Versuch I. 0,1070 gr. Skatolcarhonsäure wurden in Wasser 
«uspendirt, durch Zusatz von 1 i Normalnatro» zur neutralen Reaction 
und Erwärmen in Losung gebracht, die Lösung auf 50 ehe in, verdünnt ; 
•25 ebem. davon am 13. 4 und ebensoviel am 14. 4 einem Kaninchen 
von etwa 2 kg. Körpergewicht mittelst Schlundsonde in den 'Magen 
gebracht. 
Schon 11 2 Stunden nach der ersten Einspritzung liess das 
Ttiier Harn; durch die Reactionen mit Fe(11s + HCl, NO3H + K’NO* und 
HCI + CaOsCI* war Skatolcarhonsäure in diesem direk't nach¬ 
weisbar. Vor <ler Einspritzung gab der Harn diese Reactionen nicht. 
Die Reaction nahm in den später entleerten Hajrnporlionen an Intensität 
ausserordentlich zu, in dem Harn vom 16. waif sie nur noch schwach, 
hi dem Harn vom 17. (also am IS.) nicht mehr .zu constatiren. 
Der Harn erwies sich ausserdem ei weisshaltig und zwar 
in ziemlich erheblichem Grade bis zum 19.; »1er1 am 27.|4 untersuchte 
Harn wurde wieder frei von Eiweiss gefunden. . 
Die ganze vom 13. Mittags bis 17. Mittags entleerte Harnmenge 
(abgesehen von den abgenommenen Proben) wurde eingedampft, mit 
absolutem Alkohol ausgezogeu, der Rückstand einstweilen aulbewahrt, 
.1er Alkoholauszug verdunstet, in Wasser gelöst, mit Schwefelsäure stark 
angesäuert und mit Aether ausgeschiittelt, der Aelherauszug verdunstet, 
der Rückstand mit heissem Wasser behandelt, ifltrirt. Das Filtrat mit 
\a*COs alkalisirt und zur Entfernung von Verunreinigungen mit Aether 
geschüttelt, alsdann eingedampft, der Rückstand in absolutem Alkohol 
gelöst, .der filtrirte Auszug mit dem gleichen Volumen Aether versetzt, 
wodurch gleichfalls Verunreinigungen entfernt werden, schliesslich die 
alkoholisch-ätherische Lösung verdunstet, mit Salzsäure angesäuert und' 
mit Aether geschüttelt. Bei diesem etwas complicirten Gang liess ich 
mich «lurch die charakteristischen Reactionen der Säure leiten. 
Der Aetherauszug erstarrte beim Erkalten krystallinisch. Durch 
Umkrystallisiren aus Benzol und Wasser wurde erhalten Slcatolcarbon- 
säure: • • 
1. Fraction . 0,042 gr. ^ 
2. « . 0,024« 
zusammen 0,069 gr. 
Beide Fractionen zeigten den Schmelzpunkt 160°, durch Erhitzen 
wurde Skatol vom Schmelzpunkt 91° abgespalten. Die restirenden 
Lösungen zeigten noch starke Reactionen auf Skatolcarhonsäure. — Der 
vom Alkohol nicht gelöste Rückstand wurde zu einer annähernden 
Bestimmung der ausgeschiedenen Quantität Eiweiss benutzt. Er wurde 
mit Wasser übergossen und längere Zeit unter Zusatz yon etwas Essig¬ 
säure auf dem Wasserbade erhitzt, dann auf einem gewogenen Filter 
gesammelt, gut gewaschen, u. s. w. Nach Abzug der Asche betrug sein 
Gewicht 0,4032 gr., die sich auf die Urinentleermig von vier Tagen ver-
	        
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