Bauhaus-Universität Weimar

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wird, indem er aus derselben zwar langsam aber stetig nur 
E-sigsiiure, allerdings nur in geringen Quantitäten, abspaltet. 
Dieser Coccus vermehrt sich auch auf Pepton- und Eiweiss¬ 
substanzen, ohne aber nachweisbare chemische Produkte zu 
liefern. 
Aus diesen Untersuchungen geht hervor, dass dem 
Friedländer’sehen Pneumoniecoccus nur eine ganz geringe 
chemische Umsetzungskraft innewohnt, und kann somit dieses 
Moment für seine Wirksamkeit im thierischen Organismus 
nicht weiter in Frage kommen. Es müssen hier noch andere 
Faktoren in Betracht gezogen werden, welche die Fähigkeit 
dieses Coccus, Entzündungen zu erregen, erklären. Neben 
der rein mechanischen Wirkung dieses Coccus kann hierfür 
noch die chemische Zusammensetzung desselben eventuell 
verantwortlich gemacht werden. Behufs Aufklärung dieses 
letzteren Punktes wurden Kulturen der Pneumonie im Crossen 
angelegt* Zu diesem Zwecke wurden grosse, flache Schalen 
mit Xährgelatine ausgegossen und durch Platinnadeln, welche 
mit diesem Coccus armirt werden, lange Impfstriche auf der 
Oberfläche dieser Gelatine, sobald dieselbe erstarrt war, 
gezogen. Selbstverständlich waren alle Massregeln zur gründ¬ 
lichen Sterilisation, sowie zur Verhütung von äusseren Ein¬ 
dringlingen getroffen worden. Längs der Impfstriche wuchsen 
nun bald die Pneumoniecoccen in Form weisser Streifen, 
die allmählich sowohl in die Breite als auch in die Höhe 
strebten, und nach 4-wöchentlichem Wachsthum die Form von 
Pflanzenbeeten angenommen hatten, welche nun durch stumpfe 
Spatel von ihrem Untergründe ohne jede Beimengung des 
Nährmediums leicht abgehoben werden konnten. Während 
des Wachsthums dieser Massenkulturen war eine eigenthüm- 
liche Veränderung in den Kulturen selbst zu constatiren, inso¬ 
fern die im Centrum der Kultur befindlichen Bacterienhaufen 
eine schwach gelbliche Färbung zeigten, welche sich sichtlich 
von den transparenten peripherwärts gelegenen Bacterien¬ 
haufen unterschieden. Je älter die Kultur, desto breiter und 
compakter wurden die centralen Partieen, die beim Abheben 
der Kultur als zusammenhängende mit Salzen imprägnirte
        

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