Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der Eiweissfäulniss, I: Ueber die Bildung des Indols und Skatols, nach gemeinschaftlich mit H. Salkowski in Münster i W. angestellten Versuchen
Person:
Salkowski, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16545/6/
422 
liehst gleich zu halten suchten, sind also: Das Verhältnis 
zwischen Ei weissmaterial und Wasser, die Temperatur, der 
Grad der Alkalescenz der Flüssigkeit, der beschränkte Zutritt 
von Luft und bis zu einem gewissen Grade die Natur der 
Organismen. Dagegen wurde variirt: die Natur des fäulniss- 
fähigen Materials, die Zeitdauer der Fäulniss und in ein¬ 
zelnen Versuchen auch der Zutritt der Luft. 
Man könnte uns vielleicht eiuen Vorwurf daraus machen, 
dass wir nicht bestimmte, vorher angezüchtete Organismen 
zur Zersetzung des Eiweiss angewendet haben, wir glauben 
indessen gute Gründe für unser Vorgehen geltend machen zu 
können. Erstens ist es bisher ganz unbekannt, welche 
Organismen besonders befähigt sind, die Spaltung des Eiweiss 
zu bewirken1) und diese zu ermitteln ist eine Aufgabe von so 
erheblichem Umfange, dass man uns wohl nicht die Ver¬ 
pflichtung zuschieben wird, ihre Lösung ad hoc zu versuchen. 
Ausserdem aber ist zu erwarten, dass gerade diese Aufgabe 
durch eine vorgängige genaue, womöglich quantitative Er¬ 
mittelung der Fäulnissprodukte, soweit dieselben nicht schon 
bekannt sind, einige Förderung erfahren würde. Zweitens 
wäre es bei der Anwendung bestimmter, reingezüchteter Arten 
von Spaltpilzen natürlich noth wendig gewesen, die zur Zer¬ 
setzung bestimmten Materialien vorher zu sterilisiren. Dieses 
wäre überhaupt nur bei einem bestimmten Theil des Materials 
ohne allzu grosse Aenderungen der physikalischen Eigen¬ 
schaften möglich gewesen, welche für die Schnelligkeit des 
Eintritts und Verlaufes der Fäulniss sehr wesentlich sind. 
Uebrigens bietet die Sterilisirung so grosser Quantitäten von 
Material, wie wir sie anwendeten— und zur genaueren Unter¬ 
suchung der Produkte anwenden mussten — ganz bedeutende 
technische Schwierigkeiten. Eine solche vorgängige Sterilisirung 
glaubten wir bei der Impfung mit aus spontaner Aussaat 
hervorgegangenen Pilzen entbehren zu können, da es nicht 
anzunehmen war, dass auf der Oberfläche der Materialien 
andere Keime haften sollten, als die gewöhnlich in der Luft 
D Oder war es wenigstens, als wir unsere Versuche machten, vgl, 
Bienstock: Fortschritte der Medicin 1883, Nr. 19.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.