Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der Eiweissfäulniss, I: Ueber die Bildung des Indols und Skatols, nach gemeinschaftlich mit H. Salkowski in Münster i W. angestellten Versuchen
Person:
Salkowski, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16545/5/
nun gen, nach 24 Stunden ist sie in voller Fäulniss und jeder 
Tropfen gedrängt voll von Organismen, welche bei der mikros¬ 
kopischen Untersuchung lebhafte Ortsbewegungen zeigen. 
Wir wissen wohl, dass es sich dabei um sehr verschiedene 
Arten von Organismen handelt, eine gewisse Gleichmässigkeit 
im mikroskopischen Bilde können wir bei möglichst gleich- 
massiger Herstellung der Fleichmischung trotzdem behaupten. 
Von dieser 24 Stunden alten Flüssigkeit wurden einige Cubic- 
centimeter, meistens auch einige feste Partikelchen — dieses 
ist namentlich bei der Fäulniss sehr wenig quellenden Mate¬ 
rials, wie Hornsubstanz wichtig, — dem Kolbeninhalt zugefügt, 
der Kolben alsdann mit einem Kork locker geschlossen und 
in dem Wärmekasten gesetzt, dessen Temperatur zwischen 
40 und 42° schwankte. Zu allen Versuchen diente derselbe 
Kolben, der von der Mischung etwa zu 3/4 gefüllt war. 
Nach Ablauf der ersten Tage, sobald die Gasentwicke¬ 
lung gering geworden, wurde in der Regel' der Kork fester 
aufgesetzt, ln vielen Versuchen1) kam ein Kork in Anwendung, 
der mittelst eingesetzter Glasröhre und Gummischlauch mit 
einer Waschflasche in Verbindung stand. Der Schlauch trug 
eine Klemme, welche nach Ablauf der ersten Tage ganz 
geschlossen und nur jeden Tag ein oder mehrere Male 
geöffnet wurde, um den etwra entwickelten Gasen den Aus¬ 
tritt zu gestatten, jedoch ist die Gasentwickelung nach 
Ablauf der ersten Tage stets sehr gering, selbst Null. 
Man hätte auch die Fäulnissmischung der spontanen 
Aussaat überlassen können, wir zogen es indessen vor, die 
Mischung in der beschriebenen Weise zu «impfen», da bei 
diesem Verfahren der Beginn der Fäulniss zeitlich schärfer 
präcisirt ist, man eher berechtigt ist, nach der Dauer der 
Digestion in Tagen zu rechnen. 
Der Zusatz vçm Nährsalzen erwies sich beim Fleisch 
als entbehrlich. Bei anderen Materialien mussten solche zuge¬ 
setzt werden, wie später ausgeführt werden soll. 
Die Bedingungen, welche wir bei allen Versuchen mög- 
D Die späteren Versuche sind stets so angestellt.
        

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