Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der Eiweissfäulniss, I: Ueber die Bildung des Indols und Skatols, nach gemeinschaftlich mit H. Salkowski in Münster i W. angestellten Versuchen
Person:
Salkowski, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16545/41/
457 
Menge des zersetzten Eiweiss. So steht die nach Ablauf von 
zwei Tagen erhaltene Indolmenge zu der nach sechs Tagen 
erhaltenen in dem Verhältniss von 1 : 4,5, während das ge¬ 
löste Eiweiss sich wie 1 :1,5 verhält. Auch dieser Versuch 
spricht somit dafür, dass bei der Fäulniss des Eiweiss 
das Indol nicht sofort als solches aus dem Eiweiss 
frei wird, sondern in Form einer Zwischenstufe, 
welche a 11 mä 1 ig durch weitere Bactérien Wirkung 
gespalten wird. Diese Zwischenstufe ist noch unbekannt, 
sie ist nicht etwa das Pepton, dessen Menge immer nur 
gering ist und in den späteren Tagen — wie es scheint — 
ganz verschwindet, 
VIII. Die Abnahme des Indols in faulenden Flüssigkeiten. 
Die Quantität des in faulenden Flüssigkeiten enthaltenen 
Indol nimmt, der allgemeinen Angabe nach, allmälig ab, 
mitunter bis zum völligen Verschwinden. 
So lieferten in den Versuchen von Oder matt1) 
1000 Theile Trockensubstanz vom: 
Rinderpancreas am 4. Tage 0,427 gr. Indol, am 14. 0,358 gr. 
Serumalbumin « 10. « 1,53 « « « 19. 0,25 « 
Muskeleiweiss in 21k « 1,19 « « « 8. 0,19, am 17. 0,1. 
Nencki2) vermisste Indol in einem fünf Monate alten, 
faulenden Gemisch vollständig, trotzdem es vorher sicher darin 
enthalten war, in einem drei Monate alten fanden sich nur 
Spuren. 
Brieger3) fand schon nach elf Tagen in faulenden 
Lebermischungen kein Indol mehr vor, dessen Anwesenheit 
in den vorhergehenden Tagen constatirt war. 
In unseren Versuchen war eine Abnahme des Indols 
nicht zu constatiren, selbst in dem Fibrinversuch von 26 Tagen 
Dauer lieferten 406 gr. trockenes Eiweiss immer noch 3,892 gr. 
Indol = 9,8 %o des gelösten Eiweiss. Diese Quantität bleibt 
nur wenig hinter der Ausbeute am 13. Tag zurück, ja sie 
Q Journal für praktische Chemie, N. F., Bd. 18, S. 249. 
2) Gentralhlatt für die medicinischen Wissenschaften 1878, Nr. 47, 
3J Diese Zeitschrift, Bd. Ill, S. 139,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.