Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der Eiweissfäulniss, I: Ueber die Bildung des Indols und Skatols, nach gemeinschaftlich mit H. Salkowski in Münster i W. angestellten Versuchen
Person:
Salkowski, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16545/26/
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Von allen untersuchten Indolen ist keines unzweifelhaft 
frei von Skatol, am ehesten noch das aus Fibrin erhaltene in 
Versuch I und Va. Der Skatolgehalt schwankt in weiten 
Grenzen, vom eben nachweisbaren, bis zu 11,6 °/o, ja in ver¬ 
einzelten Fällen besteht das «Indol» zum grossen, vielleicht 
grössten Theile aus Skatol. Diese Fälle von hohem Skatol¬ 
gehalt betreffen jedoch ausschliesslich das aus der 
FäuIniss von Fleisch oder Fleischrückständen 
erhaltene Indol. Nur ein Fall von 11,6 % Skatolgehalt 
des Indols betrifft das Fibrin. Andererseits liefert das 
Fleisch keineswegs stets so stark skatölhaltiges Indol, im 
Gegentheil: die Regel ist ein geringer Skatolgehalt, 
der nur schwierig nachweisbar ist. Die Ursache dieser 
Erscheinung haben vvir nicht ermitteln können, anscheinend 
ganz gleichförmig angeordnete und gleichmässig verlaufende 
Versuche lieferten das eine Mal eine erhebliche Quantität 
Skatol, das andere Mal nichts oder Spuren. Bei dieser Sach¬ 
lage bleibt kaum eine andere Annahme übrig, als die schon 
in unserer ersten Mittheilungl) ausgesprochene, dass die 
Ursache eine nur mikroskopisch erkennbare ist, der ver¬ 
schiedene Verlauf durch Verschiedenheiten in der Natur der 
Bactérien verursacht wird. Wir erinnern an den Aethyl- 
und Butylpilz von Fitz2), von denen der erstere aus Glycerin 
fast immer Aethylalkohol, der letztere Butylalkohol liefert. 
Die Bildung homologer Substanzen derselben Reihe aus dem¬ 
selben der Gährung unterliegenden Material ist in der That 
eine häufige Erscheinung. Sehr bemerkenswerth und in 
Uebereinstimmung mit dieser Anschauung ist, dass in den 
Fällen reichlicher Skatolbildung die Summe von Indol und 
Skatol dem sonst erhaltenen Indol entsprach oder mit anderen 
Worten, dass bei reichlicher Skatolbildung das Indol an Menge 
entsprechend zurücktrat. Man muss annehmen, dass der 
supponirte «Indolpilz» an Menge in der Regel sehr bedeutend 
überwiegt und ihm nur ausnahmsweise eine grössere Quantität 
«Skatolpilze» beigemischt sind. Durch besonders darauf ge- 
U Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, Bd. XII, S. (348. 
2) Ebendaselbst, Bd XI, S. 42.
        

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