Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der Eiweissfäulniss, I: Ueber die Bildung des Indols und Skatols, nach gemeinschaftlich mit H. Salkowski in Münster i W. angestellten Versuchen
Person:
Salkowski, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16545/22/
438 
verdünnter rauchender Salpetersäure; die Lösung wurde 
dadurch nicht roth, sondern röthlich-weiss gefärbt* 1). In allen 
diesen Fällen gelang es auch leicht, reines Skatol in Sub¬ 
stanz darzustellen. 
In Versuch X wurde von dem Umstand Gebrauch ge¬ 
macht, dass das Skatol mit Wasserdämpfen leichter flüchtig 
ist, wie das Indol. Das ursprünglich erhaltene Fäulniss- 
destillat wurde nochmals destillirt und das Destillat in ein¬ 
zelnen Antheilen aufgefangen. Das erste Destillat lieferte 
0,056 gr. Skatol vom Schmelzpunkt 92°, das zweite 0,332 gr. 
Skatol mit wenig Indol vom Schmelzpunkt 82°, aus dem 
Rückstand wurde durch Ausschütteln mit Aether etc. 0,512 gr. 
skatolhaltiges Indol vom Schmelzpunkt 61° gewonnen (die 
in der Tabelle II angeführte Zahl 0,900 ist durch Addition 
dieser drei Antheile erhalten). Bei Versuch IX wurde das 
erhaltene Rohindol durch wiederholte Behandlung mit heissem 
Wasser zu trennen gesucht, in welchem das Skatol erheblich 
schwerer löslich ist, als das Indol. (Eine in dem Verhältniss 
1:2000 heiss bereitete Lösung von reinem Skatol scheidet 
beim Erkalten noch ein wenig Skatol krystallinisch ab.) Es 
wurden so erhalten 0,451 gr. indolhaltiges Skatol vom Schmelz¬ 
punkt 88° und 0,369 gr. Indol vom Schmelzpunkt 50°. 
9 Noch deutlicher lässt sich in solchen Fällen, in denen ein 
irgend erheblicher Bruchtheil Skatol ist, dieses nachweisen, indem man 
wenige Cubiccentimeter der gemeinschaftlichen Lösung beider Substanzen 
der Destillation unterwirft. Die ersten Tropfen des Destillates geben 
dann eine weit deutlichere Skatolreaction. Als 10 cbcm. einer Lösung, 
welche 2 mgr. Skatol neben 8 mgr. Indol enthielt, in einem kleinen 
Siedekölbchen destillirt wurden, waren die ersten Tropfen des Destillats 
milchig-trüb, alsbald schieden sich perlmutterglänzende Blättchen ab, 
und die Lösung gab starke Réaction mit NO3H und KNO2. Was die Fein¬ 
heit der gebräuchlichen Skatolreaction betrifft, so giebt eine Lösung von 
1 ; 10 000 noch eine'schwache, aber deutliche, sofort auftretende Trübung 
mit NO3H und KNO2 oder verdünnter rauchender Salpetersäure. 
Die von Legal (Breslauer ärztliche Zeitschrift 1883, Nr. 3 und 4) 
für das Indol angegebene Reaktion mit Nitroprussidnatrium und Natron¬ 
lauge giebt das Skatol nicht. Skatol lässt sich durch diese Reaction 
also auf etwaige Beimengungen von Indol untersuchen. Es giebt indessen 
gleichfalls eine Farbenreaction mit Nitroprussidnatrium (siehe weiter 
unten beim Indol),
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.