Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der Eiweissfäulniss, I: Ueber die Bildung des Indols und Skatols, nach gemeinschaftlich mit H. Salkowski in Münster i W. angestellten Versuchen
Person:
Salkowski, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16545/1/
Zur Kenntnïss der Eiweissfäulniss, I: lieber die Bildung des Indols 
und Skaiols, nach gemeinschaftlich mit H, Salkowski in Münster i/W. 
angestellten Versuchen. 
Von 
E. Salkowski in Berlin. 
(Der Redaktion zugegangen am 7. Mai 1884.) 
I. Einleitung. 
Im Jahre 1876 beobachtete ich in einigen Fällen von Ileus-, 
resp. Peritonitis neben der bekannten Indicanvermehrung 
einen ganz ungewöhnlichen Gehalt des Harns an Phenol1), 
resp. Phenolschwefelsäure. In einem dieser Harne und zwar 
in dem zuerst untersuchten war gleichzeitig eine grosse Quan¬ 
tität Benzoesäure vorhanden, welche bei weitgetriebener 
Destillation des Harns mit Salzsäure das ganze Kühlrohr 
erfüllte. Dieses Zusammentreffen von Indican, dessen Zu¬ 
nahme in dem Harn solcher Kranker von Jaffe nach¬ 
gewiesen war, Phenol und Benzoesäure führte mich auf den 
Gedanken, dass die Benzoesäure wohl gleichfalls durch 
Fäulniss im Darmkanal gebildet werden möchte. Die Ana¬ 
logie mit den grossen Herbivoren, in deren Darm die auf¬ 
genommene Nahrung lange Zeit verweilt, und deren Harn 
gleichfalls durch diese drei Substanzen charakterisirt ist, lag 
zu nahe, als dass sie übersehen werden konnte2). 
l) Centralblatt für die medicinischen Wissenschaften 1876, S. 818. 
a) Damit soll nichts für die Abstammung des Phenols aus Eiweiss 
gesagt sein, denn für dieses waren recht wohl noch andere Möglich¬ 
keiten denkbar, ausser der Abstammung direkt aus dem Eiweiss. 
Zeitschrift für physiologische Chemie. VIII. ^0
        

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