Bauhaus-Universität Weimar

alle Kennzeichen, die l»«*i durch Vergiftung mil Milzbrand- 
baderien getödleten Thieren Vorkommen. 
Nun wissen wir, dass der Bacillus anthracis die Ab¬ 
wesenheit von Sauerstoff nicht lauere erträgt, auch haben 
Pas t e u r und J ou be r t bewiesen, dass dieser Microorganisnius 
in liegen wart von COa abstirhl1). Allerdings giebt Joseph 
Spilmann in einer Arbeit «über das Verhalten dt*r Milz- 
hrandbacillen in Gasend) an, dass er noch VergiJ'tungs- 
'erseheinungon durch den Hacillus anthracis bekam, wenn er 
ihn 5—8 Stunden lang mit CO2 behandelt Italic, aber nach. 
24 Stunden lässt er den Tod cintreten. Verhält es sich mit 
dem Bacillus subtilis ebenso? Kann dieser nicht längere 
oder kürzere Zeit die ihm .zum Leben nöthige Wärme auf 
Kosten gährungsfähiger Substanzen bilden? Diese Frage war 
bis jetzt weit von ihrer Lösung entfernt, und es herrschten 
in der Wissenschaft die widersprechendsten Meinungen 
über sie. 4 
Die Versuche, die ich im Strassburger Laboratorium äu¬ 
gest eilt habe, haben mich bestimmt davon überzeugt, dass 
das Bacterium subtile sehr wohl im Stande ist als Ferment 
zu leben. Nach Cohn kann der bei Abwesenheit von Luft 
gezüchtete Bacillus subtilis die Kohlenhydrate in Buttersäure 
umwandeln3), dagegen behauptete Hans Buchner,. dass 
er niemals die geringste Spur von Gährungsvorgängen durch 
diesen Pilz beobachtet habe, und beruft sich zur Stütze seiner 
Ansicht vor allem auf die Arbeit von Prazmowski4). 
Dieser Autor brachte Sporen des Bacillus subtilis in Glas¬ 
röhren, die halb mit gährungsfähiger Flüssigkeit gefüllt waren, 
kochte dann die Flüssigkeit und schmolz die Glasröhren zu. 
Fr behauptete so alle Luft ans den Böhren entfernt zu haben, 
und konnte dann niemals Entwicklung von Bacillen.oder die 
>) Pasteur et Jouhert: Kinde sur l.i maladie charhouneu0O (1S77). . 
-) Zeitschrift für physiologische Chemie. Bd. IV, S. 
3) Lohn: Beiträge zur Biologie der Pflanzen. 
') Untersuehungeu filier die Kntwick'dungsgesehiehte ujid Ferment- 
uirkung einiger Bacterieuarten.
        

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