Bauhaus-Universität Weimar

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Eigentlich that Grimaux nur dasselbe, was bereits im 
Jahre 1808 Fräser, und noch früher Tr och er jret bau 
haben; allein in seinen Händen erhielt diese Reaktion eine 
ganz andere Richtung. Das Thebain betrachtet Grimaux 
als Morphinvinyläther, der indessen noch nicht aus <|,>ni 
Morphin erhalten worden ist: 
Thebain. . = CnHwXtMOGslb). 
Es bietet sich somit die Möglichkeit dar, aus Morphin 
eine ganze Reihe anderer Alkaloide durch Substitution eines 
11•Atoms der Hydroxylgruppe durch ein Alkoholradikal zu 
erhalten. Die Zusammensetzung dieser Alkaloide entspricht 
der Formel: 
Cu II,s NO, (OCnIIii2+ 1) 
und diese sind als Morphinäther anzusehen, welche Gr im aux 
«Godeine» maint. 
In der That gelang es Grimaux, das H der Hydroxyl¬ 
gruppe des Morphins durch die Aethylgruppe zu ersetzen, 
den so erhaltenen neuen Körper nennt er Codälhyliu : 
GnllisNOs (OO2 Hs). 
Die physiologische Wirkung dieser Körper charakterisirl 
sich dadurch, dass sie alle das Rückenmark beeinflussen und 
krampferregende, wie lähmende Wirkungen haben bei unbe¬ 
deutender Narkose oder selbst beim vollständigen Fehlen einet* 
solchen; — hierbei wächst die Fähigkeit derselben Krämpfe 
zu erregen, sowie ihre Giftigkeit zugleich mit der Grösse 11. 
So ruft das Codäthylin nach den Untersuchungen von 
R ochfontaine1) bei Fröschen einen heftigen Tetanus hervor, 
wie das Strychnin, und schon 0,007-0,012 gr. tödten den 
Frosch während des Tetanus; für Meerschweinchen ist dit* 
letale Dosis 50 mgr., für Kaninchen 0,11 gr. Also ist CoJ- 
äthylin bei Weitem giftiger und viel krampferregender ab 
das Godein. 
Hiernach wird es klar, dass obgleich Co lein und Thebain 
sich in Bezug auf die Hydroxylgruppe des Morphins gleirh 
') Journal für Anatomie mul Physiologie, lid. V.
        

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