Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Eine neue Methode zur Darstellung und quantitativen Bestimmung des Glycogens in thierischen Organen
Person:
Landwehr, Herm. Ad.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16523/4/
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in solchen Arbeiten Ungeübte erhält stets eine leicht filtrirende 
Flüssigkeit. Nach Absetzen des Niederschlags filtrirt man 
durch ein Faltenfilter und wäscht dasselbe mit heissem Wasser 
noch gut aus. 
Das mit dem Waschwasser vereinigte Filtrat wird auf 
dem Wasserbade erhitzt und mit conc. Eisenchloridlösung 
versetzt. Die Glycogenmenge bedingt die zuzusetzende Menge 
des letzteren. Man bekommt bald Kenntniss des richtigen 
Masses. Hat man zu wenig zugesetzt, so kann später nach¬ 
geholfen werden, ein geringer Ueberschuss ist nicht zu ver¬ 
meiden und schadet nicht. 
Die dunkel-rothbraune Flüssigkeit wird jetzt unter Um¬ 
rühren tropfenweise mit conc. Sodalösung versetzt, bis alles 
Eisen ausgefallt ist, wobei man Acht zu geben hat, dass man 
durch Ueberschäumen keinen Verlust erleidet. Zeigt eine abfil- 
trirte Portion der Flüssigkeit noch die geringste Opalescenz 
oder Jodreaktion, so muss weiter Eisenchlorid hinzugefügt 
werden, bis die Ausfällung des Glycogens eine vollständige 
ist. Selbst mehrere Liter Filtrat auf wenige Cubiccentimeter 
concentrirt, dürfen keine Jodreaktion geben. Der Niederschlag 
wird rasch auf’s Filter gebracht und mit heissem Wasser 
ausgewaschen, so lange dieses noch etwas aufnimmt. 
Jetzt bringt man den ausgewaschenen Rückstand in eine 
geräumige Schale, die zweckmässig auf Eis steht, setzt unter 
Zerreiben mit einem Pistill concentrate Salzsäure nach und 
nach in kleinen Portionen zu, bis alles gelöst ist und giesst 
dann rasch die gelbliche Flüssigkeit in etwa die dreifache 
Menge 96°/o Alkohol. Das Glycogen fällt jetzt in schönen 
Flocken aus, kann bald ab filtrirt und durch Waschen mit 
Alkohol ganz von Säure und Eisenchlorid befreit werden. 
Selten ist noch ein Auflösen in wenig Wasser und noch¬ 
maliges Ausfällen mit Alkohol erforderlich. 
Das eben geschilderte Verfahren habe ich später noch 
etwas modifient. Das Auflösen des Eisenoxydniederschlags 
dauert nämlich immerhin einige Minuten, und während dieser 
Zeit ist das Glycogen der Einwirkung der starken Mineral¬ 
säure ausgesetzt. Um eine Zersetzung vollständig auszu-
        

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