Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Eine neue Methode zur Darstellung und quantitativen Bestimmung des Glycogens in thierischen Organen
Person:
Landwehr, Herm. Ad.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16523/3/
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sammten Glycogengehalt in reiner Form aus Organen und 
Flüssigkeiten gewinnen. Ich will zunächst die Methode der 
Darstellung beschreiben und dann die Modifikationen für die 
quantitative Bestimmung anschliessen. 
Darstellung des G-lyeogens. 
Die Gewinnung des Decocts geschieht in gewöhnlicher 
Weise mit bekannten Gautelen. Als besonders wichtig möchte 
ich jedoch hier noch hervorhehen, grosse Sorgfalt auf 
mechanische Zerkleinerung der Organe zu verwenden. Hat 
man eine Leber bis zum Verschwinden der Jodreaktion 
ausgekocht und bringt den Brei dann noch einmal in die 
Reibschale, so liefert das Auskochen wieder nicht unbedeu¬ 
tende Glycogenmengen. Eine etwas grosse Wassermenge 
braucht man bei meinem Verfahren nicht zu fürchten, da 
sie für die Ausfällung des Glycogens nicht störend ist, also 
auch nicht durch Abdampfen entfernt zu werden braucht. 
Ein grosser Theil des Glycogens scheint in ähnlicher Weise 
im Protoplasma gebunden zu sein, wie das thierische Gummi 
im Mucin mit Globulinsubstanz. Alles was auf Globuline 
zerstörend und lösend einwirkt, erleichtert deshalb die voll¬ 
ständige Gewinnung sehr. Säuren und stärkere Alkalien sind 
aus bekannten Gründen zu vermeiden. Eine geringe Menge 
Natronlauge dem extrahirenden Wasser zugesetzt erleichtert, 
ohne merklich zu schaden, den Prozess jedoch sehr. Kochen 
bei erhöhtem Drucke (Papin’scher Topf) beschleunigt auch 
die Extraktion sehr. 
Die vereinigten colirten Extrakte werden in einer Schale 
auf freiem Feuer zum Sieden erhitzt, mit einer kleinen Menge 
essigsauren Zinks versetzt und bis zur vollständigen Coa¬ 
gulation des Eiweisses im Sieden erhalten. Enthält die Flüs¬ 
sigkeit freie Natronlauge, so ist diese vorher möglichst zu 
neutralisiren. Es kommt einzeln vor, dass das Eiweiss in 
Folge zu sauren Zinkacetats sich nicht gleich gut absetzt. 
In diesem Falle füge man vorsichtig zu der siedenden Flüs¬ 
sigkeit etwas kohlensaures Natron, und das Eiweiss wird 
sich in grossen Flocken abzuscheiden beginnen. Selbst der
        

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