Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Methoden der quantitativen Jodbestimmung im menschlichen Harne
Person:
Harnack, Erich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16522/6/
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Mengen handelt, so muss die ganze Procedur mit grösster 
Sorgfalt ausgeführt werden, obschon sie andererseits auch 
keinerlei Schwierigkeiten bietet. Gut ist es namentlich, nach 
der ersten Fällung den Harn längere Zeit stehen zu lassen; 
ferner muss genügend Soda genommen werden und das Ver¬ 
brennen mit grosser Vorsicht geschehen, um keinen Verlust 
an Jod zu erleiden. 
Wir theilen im Folgenden zwei Gontrolbestimmungen mit : 
1. Eine Harnprobe wird mit 10 mgr. KJ versetzt und in 
der oben beschriebenen Weise behandelt. 
Gefunden: 0,0099 PdJ2 = 0,0091 KJ. 
2. Eine Harnprobe, mit 20 mgr. KJ versetzt, wird in gleicher 
Weise behandelt. 
Gefunden: 0,0210 PdJ2 = 0,0194 KJ. 
Der relative Fehler ist zwar, namentlich bei der ersten 
Bestimmung, nicht so ganz klein; erwägt man jedoch, wie 
gering die absoluten Mengen sind, um welche es sich hier 
handelt, so wird man doch zugeben müssen, dass die Re¬ 
sultate hinlänglich genaue sind. Bei der zweiten Bestimmung 
war der Harn nach der ersten Fällung erheblich längere Zeit 
stehen gelassen worden, was demnach die Genauigkeit des 
Ergebnisses zu begünstigen scheint. Jedenfalls ist das Resultat 
hier so gut, wie man es nur wünschen kann. 
Ohne Zweifel könnte man in dem Niederschlage, den 
man durch Ausfällen mit Silberlösung aus dem Harn gewinnt, 
das Jod auf analogem Wege bestimmen; allein das Verfahren 
würde wegen der gleichzeitigen Anwesenheit der bedeutenden 
Chlormengen weit grössere Schwierigkeiten verursachen, und 
die Resultate würden voraussichtlich weniger genaue sein. 
Die im Vorstehenden mitgetheilten Thatsachen zeigen 
auch wieder, wie sehr die Brauchbarkeit einer quantitativen 
Bestimmungsmethodp für irgend eine Substanz durch die 
Gegenwart anderer Stoffe leiden kann und wie leicht man in 
Folge dessen beträchtlichen Fehlern ausgesetzt ist, vrnnn man 
sich nicht immer erst durch Gontrolbestimmungen davon 
überzeugt, dass die Methode auch unter den vorliegenden 
Bedingungen anwendbar ist.
        

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