Bauhaus-Universität Weimar

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in den menschlichen Körper' 1ml Sclmi nach dem eben 
r° schilderten Verfahren alcaluidälmliclie Substanzen auftreten 
sehen, die theils tlüulitiy, theils lest waren und durch Alkohol 
oder Chloroform extrahirt werden konnten. Eine Isolirung 
dieser Substanzen hat Selini nicht weiter versucht. Weiter¬ 
hin haben Dupre1), Brugnatelti und Zenoni2) und. 
Gört er3) aus verdorbenem, resp. im künstlich zersetzten 
Mais, die Gegenwart von narkotischen (Pellagrocein) und 
titanischen Giften nachgewiosen, die ebenfalls mit vielen 
Alkaloidreagenlicn Niederschläge geben. S c h m i e d e h e r g 
und Bergmann4) gewannen lsijs aus faulender liefe eine 
geringe Menge einer kryslallinischen Substanz, Welche sie 
Sepsiir nannten, und die auf Hunde und Frösche toxisch 
wirkte. Doch ist diese Beobachtung nicht mehr Gegenstand 
weiterer Forschung geworden. Im Jahre 1.801) isolirlen 
Zuelzer und Sonnenschein5) aus maeerirlen .Leichen, 
sowie aus Fleischaufgüssen, die 5—S Wochen bei ca. 25° C, 
faulten, mittelst des SIas-0ttoschen Verfahrens in mini¬ 
malen Mengen eine kristallinische Substanz, die in ihren 
physiologischen Eigenschaften sich ähnlich verhält wie das 
Atropin, indem dieselbe die Pupillen erweiterte.,' Lähmungen 
der Darmmuskulatur und Steigerung der Herzthäligkeit herbei- 
führte. G au tier und Etant0), die sich in der jüngsten 
Zeit vielfach mit der Aufsuchung der bei der Fäulniss auf- 
I rötenden Alkaloide befassten, i sol irten zwei Basen, die sie 
nach den Platinsalzanalysen als Parvolin und I lydrocollidin 
ansprachen. Uebrigens hatte schon im Jahre 1870 Xcneki7) 
einen Körper von der Zusammensetzung des Gollidin aus 
Fäulnissgemengen isolirt. An diese ungiftigen Basen würden 
‘) berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, bd. VII, S. 1491. 
2) Journal dt* médecine et chimie, T. XXVIII, A<‘ s.ùr., p. it. 
*) Nach lltisemaiin. DragendortT’s Jahresbericht löTJS, 8. Olö. 
*) C.entralblatt für die medicinisclien Wissenschaften 1.S08, S 497. 
&) berliner klinische Wochenschrift 1809, Nr. 12. 
*) domptes rendus, T. 94, p. 1298. 
') Feber die Zersetzung der Gelatine und des Eiweisses bei der 
tTiulniss mit l’ancreas, Bern 1870.
        

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