Bauhaus-Universität Weimar

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stundenlangem Stehen oft keine Gerinnung. In 1 röchst be¬ 
merkenswert her Weise zeigte sieh auf den Eintritt der 
Milchgerinnung bei allen diesen Versuchen die angewandte 
Temperatur von Einfluss. 
14. 5 ec. einer filtrirten, intensiv faulen Fibrinlosung wurden 
mit lu ce frischer neutraler Milch gemischt und einer 
Temperatur von 40° G. ausgeselzt. Nach 4 Stunden 
keine Gerinnung; als die Mischung sodann 24 Stunden 
bei Zimmertemperatur stehen blieb, war die Milch eben- 
* falls nicht geronnen. Die Reaction' war sauer geworden. 
15. Von derselben Milch wurden gleichzeitig 100 ce. mit 
20 cc. derselben faulen Fibrinlösung gemischt und bei 
Zimmertemperatur bedeckt stehen gelassen. Die Milch 
war nach 20 Stunden zu einem massigen . Klumpen ge¬ 
ronnen. Die Reaktion war sauer. 
Die Wiederholung der Versuche 14 und 15 ergab stets 
den gleichen Erfolg, so dass sich mit Bestimmtheit ergab, dass 
diejenige Milch, welche höheren Temperaturen (über 30° G.) 
ausgesetzt worden war, selbst nach Eintritt salirer Reaction 
nicht geronnen war, während dieselbe Milch, bei Zimmer¬ 
temperatur stehen gelassen, gerann. Es hat also den An¬ 
schein, wie wenn die Erwärmung die Milch weniger gerin¬ 
nungsfähig macht, höstwahrscheinlich wohl, weil durch das 
Eintreten der Fäulniss bei niedrigeren Temperaturen der 
Säuregrad der Milch ein höherer wurde, als bei hohen Tem¬ 
peraturen. 
Aciditätsbestimmungen habe ich nicht vorgenommen. 
I Zur Prüfung des Einflusses der Fäulniss auf das Lab¬ 
ferment wurde fauler, alkalisch reagirender Ffundeharn zu 
gleichen Theilen mit Labsaft gemischt, und der Effect auf 
die Milchgerinnung bei verschiedenen Temperaturen bestimmt. 
Es wurde derselbe Labsaft benutzt, welcher zu Versuch. 10 
gedient hatte und dessen Wirkungsweise bei verschiedenen 
Temperaturen bekannt war. Um auch die gleichen Mengen 
Labsaft ' zur Wirkung zu bringen, kamen 2 cc. der Lab- 
Uarnmischung auf je 10 cc frischer Milch zur Verwendung. 
Die Versuchsanordnung war, wie bei Versuch 10.
        

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