Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Abhängigkeit der Contractionsart der Muskeln von den Mengenverhältnissen einiger ihrer Bestandtheile: Beitrag für eine zukünftige Theorie der Contraction
Person:
Danilevsky, Alex.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16476/23/
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dir» ungefähr«» Schätzung nach drin Augonmass auf Grund 
«l<»r täglichen Erfahrungen und Beobachtungen gelten lassen. 
Dom in Frage stehenden Bewegungsmodus liegt aber dir 
Zuckungsdauer der Muskeln zu Grunde und Tür diese letztere 
besitzen wir sehr genaue Massmethoden. Leider aber ist bis 
jetzt die vergleichende' Zuckungsdauer der Muskeln verschie¬ 
dener Tbiere ein noch so wenig bearbeitetes Feld, dass in.ni 
kaum einige spärliche und für unseren Zweck fast unbrauch¬ 
bare Beobachtungen auftinden kann1). Es giebt aber ehe- 
Reibe von ganz genau ausgeführten Versuchen dieser Art für 
verschiedene Muskelgruppen ein und desselben Thieres. Mi 
habe schon im Anfang dieses Aufsatzes der Beobachtungen 
von Kan vier und von Kr on eck er und Stirling Er¬ 
wähnung gethan, nach deren einstimmigen Aussagen die 
weissen Kaninchenmuskeln unter gleichen Reizbedinguügeii 
eine kürzere Zuekimgscurvo liefern als die rothen Muskeln 
desselben Thieres. Bei einer Reizfrequenz von 4 per Secumlr 
sahen Kr oii eck er und Stirling2) die blassen Muskeln 
noch einzelne Zuckungen, die rot heu aber- schon tetanische 
Zusammenziehung geben. Dieselben Autoren fanden, dass 
für eine tetanische Verschmelzung der Zuckungen eine Reiz¬ 
frequenz per Secundo von 4 bis 10 für die rothen, und von 
20 bis 3o für die blassen Muskeln genügt. Nehmen wir an. 
— was gewiss richtig sein wird, — dass die kürzere Zuckungs¬ 
curve oder das schwierigere Zustandekommen der tdänischen 
Zusammenziehung ein feinerer Ausdruck der lebhafteren, der 
rascheren Contract ionen des Muskeln im lebenden Thier ist, 
so müssen, falls der von uns oben aufgestellte Satz richtig 
ist, beide Muskelarten des Kaninchens auch Unterschiede, in 
ihrer Zusammensetzung aufweisen. Indess dürfte man von 
vorn herein erwarten, dass eine solche Aufgabe in praxi keine 
leichte ist, dass die darauf gerichteten Versuche feblschlag* u 
würden. Erstens sind die Unterschiede, welche Kr on eck er 
und Stirling fanden, nicht besonders gross; zweitens darf 
') Siehe «lit* Zi'isamiuensleliimg solcher lleohnrlituugeii in Hf i - 
iii a ii n s Ilau«)loieli der Physiologie, Bd. I, Th. I. S. .‘IS mid 4*J. 
"’) Kbeuda-elhst.
        

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