Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Verhalten des Tyrosins und der aromatischen Oxysäuren im Organismus
Person:
Schotten, C.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16468/8/
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Du nun die Paroxyhenzursäure nicht nur nach Genus? 
von Paroxybenzoesäure, sondern auch nach dein von Hydro- 
paracumarsäure im Harn auftritt und die Hydroparacumarsüurt 
nach Hau mann ein Bestandtheil des normalen Harns i>| 
so lag es nahe, auch die Paroxybenzursäure im normalen 
Harn aulzusuchen, obsehon Bau mann (Zeitschrift für phy¬ 
siologische Chemie, Bd. IV, S. 300) die Paroxybenzoesäure 
vergeblich darin gesucht hat. Ich will gleich hier bemerken, 
dass ich hei meinen Bemühungen die gepaarte Säure zu 
linden, nicht glücklicher gewesen hin. Die Thatsache, dass 
wohl die Hydroparacumarsüure, nicht aber ihr Umwandlimgs- 
produkt, die Paroxyhenzursäure, im normalen Harn gefunden 
wird, ist nun allerdings auffallend, steht indessen mit jener 
im Linklang, dass sich im normalen Pferdeharn reichlich 
Parakresol findet, aber ebenfalls keine Paroxybenzoesäure, 
trotzdem dem 1 hierkörper zugeführtes Parakresol nachweis¬ 
lich zum Theil als Paroxybenzoesäure ausgeschieden wird 
(Baumanii, Berichte etc., Bd. XIII, S. 270), 
In der Aufsuchung der Paroxyhenzursäure verfuhr ich 
aul folgende Weise: Zehn Liter Harn von derselben, übrigens 
gesunden, Person wurden zur Syrupconsistenz ('ingedampft 
mit der Vorsicht, dass jede Portion Harn, sofort nachdem 
sie gelassen war, aufgekocht wurde, um jede Fäulnis* zu 
verhindern, welche die gepaarten Säuren so schnell zersetzt. 
Der eingedampfte Harn wurde mit verdünnter Schwefel¬ 
säure stark sauer gemacht, und Gmal mit alkoholhaltigem 
Aether ausgeschüttelt. Der nach dem Abdestilliren des Aethers 
bleibende Rückstand wurde im Vacuum über Schwefelsäure 
getrocknet und dann 4mal mit absolutem Aether durch- 
gorührt. Was sich im Aether nicht löste, wurde unter Zusatz 
von Thierkohle mit Wasser gekocht, die fl^trirte Lösung ein- 
gedampft und der Rückstand 2 mal aus heissem Wasser 
umkrystallisirt. 
Auf diese ’Weise wurden zunächst 2,4 gr. reine, hei 
bei 1SG° schmelzende Ilippursäure gewonnen, die beim Er¬ 
wärmen mit Mil Ion’s Reagens nur dann nach längerer Zeit 
eine ganz schwache Rosatarbung gab, wenn eine ungewöhn-
        

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