Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Nachweis des Quecksilbers in thierischen Substanzen
Person:
Paschkis, Heinrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16457/4/
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So hat Güntz1), nachdem er bei der Elektrolyse 
Schneider’s vor Täuschungen nicht sicher war und auch 
andere Methoden versucht hatte, die Ludwigsehe Methode 
aufgegriflen. Er schaltete nur zur vollständigen Verbrennung 
der organischen Substanz zwischen der oxydirten Kupfer¬ 
spirale und dem Amalgam noch weiteres Kupferoxyd ein 
und liess das sich bildende Wasser eintrocknen.' «Bei 0,003 gr. 
Sublimat in 500 cc Harn ergab sich in dein 20 cm langen, 
dünn ausgezogenen Glasröhrchen, deutliche, reichliche, rothe 
Jodquecksilberreaktion, so dass man hiernach die Feinheit der 
Probe berechnen kann». «Ebenso konnte» er «die Empfind¬ 
lichkeit der Reaktion bei organisch ausgeschiedenen und dem 
Ilarne nicht blos mechanisch beigemischten Quecksilber¬ 
verbindungen bestätigt finden». Die Untersuchungen des 
genannten Autors beziehen sich auf 7 Fülle mit über 100 
Quecksilberbestimmungen. 
O. Hassenstein2) verwendete die Methode und zwar 
mit Kupferstaub zu Versuchen über die Quecksilberausschei¬ 
dung durch die Galle und zwar stellte er an vier Kaninchen 
qualitative, und an dreien quantitative an. Dieselben lehren, 
«dass in Galle gelöstes Quecksilber aus derselben, ohne 
vorhergehende Zersetzung der organischen Substanzen, durch 
Kupferstaub vollständig gefüllt wird, sei dasselbe mit der 
Galle ausgeschieden, sei es derselben ausserhalb des Organismus 
beigemengt, dass also die Ludwig’sehe Methode auch für 
den ersteren Fall anwendbar ist und ihre hohe Empfindlich¬ 
keit bewährt». Von einem Versuchstiere, welches 0,0569 gr. 
Quecksilber bekommen hatte, ergaben noch 3 cc Galle deut¬ 
liche Reaktion. 
Endlich hat Oberländer8) bei 4 Kranken je 125, 54, 
*) Neue Erfahrungen über die Behandlung der Syphilis und der 
Quecksilberkrankheit mit besonderer Berücksichtigung der Schwefel¬ 
wasser- und Soolbüder. Eine klinische Studie von Dr. J. Edm. GünU, 
Dresden 1878. 
•) Versuche über Quecksilberausscheidung durçli die Galle. Inau¬ 
gural-Dissertation von Otto Hassenstein, Königsberg i. Pr. 1879. 
*) Versuche über die Quecksilberausscheidungen durch «len Harn 
nach Quecksilberkuren von Dr. Oberländer in Dresden. — Viertel¬ 
jahrsschrift f. Dermatol, u. Syphilis. Wien 18S0 (Separ.-Abdr.)
        

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