Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die wissenschaftliche Grundlage der Antisepsis und die Entstehung des septischen Gifts
Person:
Zweifel, P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16452/21/
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peritonei gebracht. Das Thier hatte normale Temperaturen 
und zeigte bei der Section gar nichts in der Bauchhöhle, du- 
gegen einen Abcess zwischen Haut und Peritoneum. 
Das Resultat dieser 11 Versuche war darin überein¬ 
stimmend, dass die Thiere von dem eingebrachten Blut nicht 
erheblich krank wurden und dass kein einziges unter Symp¬ 
tomen der septischen Peritonitis starb. Fieber bekamen sie 
zwar einige Mal. Aber es muss dahin gestellt bleiben, ob 
dasselbe von der Resorption der Blutflüssigkeit in der Bauch¬ 
höhle oder von der subcutanen Abcessbildüng herrührte. 
Das letztere halte ich für wahrscheinlicher. Doch können 
auch hierüber erst fortgesetzte Controlversuche Aufschluss 
geben. Erst wenn die subcutane Einspritzung der betreffenden 
Flüssigkeit in derselben Weise Fieber macht, wird diese Auf¬ 
fassung bestätigt. Klinische Erfahrungen deuten darauf hin, 
dass auch die Resorption von extravasirtem Blut Fieber 
machen kann. Ich erwähne als Beispiel nur den Verlauf 
der Hæmatocelc retrouterina. 
Hauptsächlich muss cs nun nach dem oben entwickelten 
Gedankengang interessiren, wie sich das seines Sauerstoff? 
beraubte Blut in pathogener Beziehung verhält. 
VII. Versuch, Nr. 1. Es wurde die mit Hahn ver¬ 
sehene Glasröhre mit Quecksilber gefüllt, dasselbe bis zum 
Verdampfen erhitzt, das Blut dahin eingeleitet und wie in 
Versuch III durch Wasserstoff entgast. Am 17. Januar wurde 
das Blut entnommen, am 24. in die Bauchhöhle eingebracht. 
Filtriren etc. wurde alles genau gleich gemacht, wie in Ver¬ 
such VI, das filtrirte Blut seitlich links in die Bauchhöhle 
eingebracht. Die Blutflüssigkeit wurde beim Schütteln mit 
der Luft im Glase nicht mehr hellroth, was bei den Ver¬ 
suchen sub Vl wiederholt beobachtet wurde. Das Thier war 
etwas klein, aber ganz gesund und munter. Die Temperatur 
war gleich nach dem Versuch erniedrigt, nur 35,2° C. in ano. 
Das Thier blieb ruhig sitzen, frass nicht. Am 24., Abends, 
bekam es sehr starke Diarrhoe, war am 25. ganz hinfällig 
und am gleichen Tage, Abends, b Uhr to dl.
        

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