Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die wissenschaftliche Grundlage der Antisepsis und die Entstehung des septischen Gifts
Person:
Zweifel, P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16452/12/
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Zu dem so aufgefangenen Blut liess ich nun etwas 
.chemisch reines Wasserstoffgas treten. Ich war nicht 
eingerichtet, dieses selbst darzustellen nnd wendete mich 
jedesmal für Herstellung der Gase an* meinen Gollegen, Herrn 
prof. Ililger, dem ich für die freundliche üeberlassung der 
Apparate und Beschallung der Gase zu vielem Dank verpflichtet 
bin. Um den Wasserstoff in die mit Quecksilber gefüllte 
Glasröhre zu treiben, brauchte ich noth wendig einen höheren 
Druck als ihn die gewöhnlichen Gasometer haben. An .diesem 
(.’instand war ein Vorversuch gescheitert. Bei diesem jetzigen 
hatte ich zu dem Zweck ein kleines Quecksilbergasometer. 
An dem ausgezogenen Ende der Glasröhre, Ober dem 
Halm, wurde ein Kautsehucksehlauch angesetzt und mit einer 
Hasche in Verbindung gebracht, die durch den Po tain scheu 
Apparat luftverdünnt gemacht wurde. Es wurde nun ab¬ 
wechselnd Wasserstoff in die» Glasröhre, also zum Blut hinein 
getrieben und dann durch Oeffnen des Hahns wieder weg¬ 
gesaugt. Der Wasserstoff war chemisch rein — es wurde 
mir versichert, dass alle etwaigen Beimengungen — Arsen¬ 
oder Kohlenwasserstoffe — sicher vermieden seien. Das 
Quecksilber war voran bis zur Verdampfung erhitzt worden 
und ein Zutritt von Luftkeimen zum Blut war ebenfalls aus¬ 
geschlossen. 
Das Resultat von Nr. 1 dieses Versuches entsprach 
allen Erwartungen. Es ist nicht zu vermeiden, dass etwas 
Wasserstoff zwischen dem coagulirten Blut zurück bleibt und, 
nun bei der Erwärmung auf 40° C. sich mehr ausdehnt und 
das Quecksilberniveau niederdrückt. Aber nachdem einige 
Stunden später eine gleichmässige Erwärmung zu. Stande 
gekommen, also auch die Spannung des Gases sich der. 
Temperatur accomodirt haben musste, machte ich am Glas 
eine Marke um allfällige Niveauveränderungen dos Queck- ; 
silhers zu erkennen. 
Bis zum folgenden Tag, 7. Februar, war starke Gas¬ 
entwicklung und vollständige Verfärbung eingetreten. 
Von einer grossen Zahl von Wiederholungen dieses 
Versuchs, zeigte sich in den letzten wieder das Sinken des
        

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