Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die wissenschaftliche Grundlage der Antisepsis und die Entstehung des septischen Gifts
Person:
Zweifel, P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16452/11/
fliessen liess und dann mit einer Spritze aufsaugte und unter 
Quecksilber brachte, traten alle Symptome der Fäulniss, also 
auch Gasentwickelung auf. j 
Das Blut war also durch das Ilinzubringen von Luft 
nicht in Fäulniss übergegangen, resp. nicht in einen andern 
Zustand gekommen, als ohne Luftblasen, während das Herz, 
die Muskelstücke etc. schon bei dem kurzen Transport vom 
Körper weg bis unter Quecksilber in Zersetzung übergingen. 
Es musste also das Blut kein geeigneter Boden für die Ent¬ 
wicklung der Bacterienkeime sein. Es konnte dies wahr¬ 
scheinlich nur an dem grösseren Sauerstoff¬ 
gehalt des Blutes liegen; denn im übrigen ist da> 
Blut den festen Geweben vergleichbar und bei entsprechender 
Wi irme und Feuchtigkeit ein excpiisit fäulnissfähiges Substrat. 
Wenn der Sauerstoff es war, der das verschiedene Ver¬ 
halten des Blutes bedingte, so musste* man dies eruiron 
können. Einmal Hess sich derselbe dem Blut entziehen und 
andererseits konnte man zur Contrôle die festen Gewebe 
in reinen Sauerstoff bringen. Der Erfolg musste in 
dem einen Fall — beim Blut — der sein, dass volle 
Fäulniss mit Gasentwicklung, bei den festen Ge¬ 
weben dagegen, also bei dem blutleeren Herzen, 
so aus fallen, dass keine Fäulniss und keine Gas¬ 
entwicklung auftraten. 
III. Versuch, Nr. 1. Am 6. Februar 1880 wurde da? 
arterielle Blut eines Kaninchens mit allen oben (Versuch I) schon 
geschilderten Mussregeln unter Quecksilber aufgefangen, nur 
mit dem Unterschied, dass die Glaskanüle nicht mehr zu- 
gesclmiolzen wurde. Die Glasröhre, die ich zum Versuch 
verwendete, verjüngte sich oben und endete in einen luftdicht 
schliossendcn Glashahn. Diese letztere Eigenschaft machte es 
nothwondig, mehrere Röhren als unbrauchbar zurückzuweisen. 
Denn, wenn ich die Röhre mit Quecksilber gefüllt hatte und 
nun mit dem offenen Ende in Quecksilber stellte, saugte dieses 
etztere aus jedem ungenau schliessenden Hahn die Luff an 
und das Quecksilber entleerte sich;
        

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