Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Ernährungsweise der sog. Vegetarier, vom physiologischen Standpunkte aus betrachtet
Person:
Cramer, Traugott
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16451/4/
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Wie berührt doch Graham in der Beurtheilung der 
Zusammensetzung der Nahrungsmittel die heutige Auffassung! 
Er verwirft jene Richtung der Chemie, welche den Organismus 
als ein Laboratorium ansieht, und er verlangt, dass der 
physiologische Chemiker nicht die anorganische Analyse der 
Nahrungsmittel als Anhaltspunkt gelten lassen, sondern durch 
Versuche am Menschen die Verdaulichkeit der einzelnen Be- 
stamlttlieile festzustellen suchen soll, da uns die reine Chemie 
liber viele Vorgänge im Verdauungsprocess im Dunkeln lasse. 
Aber diese Untersuchungen beschränken sich auf allgemeine 
Aeusserungen über «nahrhafte, verdauliche» Stoffe:und lassen 
uns über die Ausweichung der einzelnen Nahrungsmittel ganz 
im Lnklaien. Graham seihst hat noch keinen Begriff von 
iKt für den Unterhalt des Körpers nöthigen Nahrungsmenge. 
Er redet von «zuviel» und «zuwenig», von «unmassig Essen 
und 1 rinken», von «richtiger Menge gehörig zubereiteter 
Kost etc.» und kommt zu dem Resultate, dass «jedes indi- 
vidium sich auf die kleinste Menge von Nahrung beschränken 
müsse, welche es nach sorgfältiger Prüfung, * längerer Er¬ 
fahrung und wiederholter Beobachtung als den Nahrungs¬ 
bedürfnissen seines Körpers völlig entsprechend findet». 
Das sind lauter theoretisch sehr richtig klingende, 
praktisch jedoch kaum verwerthbare Bemerkungen, ohne- 
» ine einzige ziffermässige Angabe. Was soll ein Mensch, der 
nach diesen Vorschriften leben will, tliun, wenn, wie Graham 
di,‘ Begulirung der Nalirungsrpiantität durch den Appetit 
;,,U:in ,,K‘isl Zuvielesserei im Gefolge hat und der Mensch 
»ln»h lediglich aut j«*nen als index angewiesen ist? OderAvàs 
so,l
    

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