Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Ernährungsweise der sog. Vegetarier, vom physiologischen Standpunkte aus betrachtet
Person:
Cramer, Traugott
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16451/19/
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kost des Versuchsmannes gegenüber der einfachen Linsen- 
und Kartoffelkost. 
Anmerkung! Die Ausmitzungäfähigkeit der vegetabilen Eiweissstulî,; 
ist ein Punkt, der in seiner Wichtigkeit fast von allen für Vegetarismus 
schreibenden Autoren übersehen wird. 
Nicht das, was wir einführen, sondern was wir re«>r- 
biren kommt bei der Berechnung in Betracht. 
Leider begeht auch Baltzer diesen Irrthum, den 
analytischen Gehalt an Nährstoffen ohne Weiteres zu identi- 
ficiren mit der im Körper zur Verwendung kommenden Menge. 
Aber auch die Trockensubstanz zeigt in unserem Falle 
eine viel erheblichere Ausnützung als bei Hofmanns Wr- 
suchsmann. 
Es .gestaltete sich nämlich das Verhältnis der Aus¬ 
wertung in beiden Fällen 
= 91,91 : 75,47 
= 1,2 :1 
Wie erklärt sich aber diese, trotz der Einfuhr einer bedeu¬ 
tenden Menge Trockensubstanz mit einem geringeren Eiweiss- 
gehalt doch so ungleich günstigere Ausnützung unserer 
Nahrung sowohl für Trockensubstanz als für Eiweiss? 
Dies zu entscheiden, müssen wir an die Beantwortung 
der zweiten Frage unseres Themas herantreten. Diese lautet : 
Erfüllt die genannte Kost die Bedingungen eines 
günstigen Form- und Volum v erliäl tnisscs? 
Man ist vielfach geneigt, anzunehmen, dass eine normale 
Nahrung vor allem auf die gute Qualität zu sehen habe. 
Das ist natürlich eine conditio sine qua non; indess kann 
man diese Qualität, d. h. die leichte Verdaulichkeit durch 
verschiedene Mischungs -Verhältnisse herstellen: entweder 
durch möglichste Concentration, verbunden mit entsprechend 
.kleinerem Volumen, oder durch eine weniger concentrate, 
aber voluminösere Anordnung der Nährstoffe. 
So kann man, um eine möglichst grosse Eiweissmenge 
darzubieten, dieses in der concentrirten Form des Fleisches 
geben oder aber verdünnt in Gestalt der voluminöseren
        

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