Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Ernährungsweise der sog. Vegetarier, vom physiologischen Standpunkte aus betrachtet
Person:
Cramer, Traugott
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16451/16/
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s. IM in .1er psychischen Sphäre als tiefe Hypochondrie und 
unüberwindliches Misstrauen gegen die von ihm sonst so ge¬ 
liebte Umgebung im Hause kund gab. Zugleich gerieth 
Patient in einen schreckhaften Schwächezustand, so dass er 
während der Reconvalescenz von einem Orte zürn andefn 
geführt werden musste. 
Im Jahre 1880 befand er sich völlig wohl, als er im 
Herbst von einer gewöhnlichen Bronchitis befallen wurde, 
Dieselbe hat sich jedoch bei ihm bis zum Juli 1881 hin- 
gezogen und wurde erst durch einen ft-wöchentlichen Aufent¬ 
halt in der Schweiz fast ganz beseitigt. 
f • • ■ • * 
Wirft es nicht ein bemerkenswerthes Licht auf den im 
Verlaufe der vegetarischen Diät acquirirten Körperzustand, 
wenn unser Individuum durch eine einfache Gastritis in der 
beschriebenen Weise herunter und an den Rand des Grabes 
kommen und wenn eine harmlose Bronchitis, wie sie früher 
(vor dem Antritt vegetarischer Diät) von ihm öfter während 
'•lues halben bis allenfalls eines ganzen Monats durchgemacht 
worden, bei ihm unter obwaltenden Verhältnissen derart 
iuvoteriren konnte, dass die Ernährung zu leiden begann? 
In beiden Fällen war offenbar die Resistenz seines 
Organismus bedeutend geschwächt, und zwar entschieden 
infolge des zu geringen Eiweissumsatzes, welcher dem Körper 
versagt, einen Vorrath anzulegen, von dem bei Erkrankungen* 
unbeschadet der Lebenserhaltung hätte gezehrt werden können. 
Wir müssen somit fragen: hat unser Individuum mit 
den 74 Gramm Eiweiss das Gleichgewicht zwischen 
seinen Einnahmen und Ausgaben erhalten? 
Beachten wir folgende Tabelle, in welcher die absoluten 
Mengen der im Kothausgeschiedenen Stoffe, sowie die.Stick¬ 
stoff-Bilanz unseres Mannes specialisirt zusammengestellt sind.
        

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