Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über das diastatische Ferment der Bacterien
Person:
Wortmann, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16449/31/
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auszuscheiden und ob, bei etwa erfolgender Fermentbildung 
nicht, wenn auch minimale Säuremengen zugleich mit aus- 
geschieden würden. Ich richtete zu dem Zwecke mehrere 
Culturen an, in welchen den Bactérien nur gelöste Stärke 
;ils Kohlenstoffquolle geboten wurde. Die Lösungen reagirten, 
da unter den in ihnen enthaltenen AschenbestanÜtheilén auch 
saures phosphorsaures Ammoniak sich befand, schwach sauer. 
Es wurde nun vor Beginn des Versuchs, also vor Hinzu- 
fugling des Bacterientropfens, so lange Ammoniaklösung 
hineingetropft, bis sehr empfindliche Lackmustinctur voll¬ 
kommen und genau neutrale Reaction anzeigte. Der Verlaut 
des Versuches wurde durch Behandlung mehrerer, der Flüs¬ 
sigkeit nach einander entnommenen Proben mit Jodlösung 
controlirt, wobei sich herausstellte, dass nach einigen Tagen 
die Stärke verschwunden war, die Bactérien sich reichlich 
vermehrt hatten, aber die Flüssigkeit noch genau neutral 
migirte. Auch Versuche, in denen statt der gelösten Stärke, 
feste Weizenstärke verwendet wurde, waren:stets von dem¬ 
selben Resultat begleitet: Die Vcrsuchsflüssigkéit war vor 
wie nach neutral. Hieraus ist also ersichtlich, dass die Bac- 
lerien auch in vollkommen neutraler Lösung das diastatische 
Ferment abscheiden. - ; 
Bei allen diesen Versuchen ging übrigens der Prozess 
der Stärkeumbildung entschieden langsamer vor sjfch als bei 
den trühcren, mit schwach sauren Lösungen angestellten : 
erst nach 7 Tagen war, bei Anwendung von löslicher Starke, 
im günstigsten Falle, die Umbildung derselben vollendet Es 
scheint dcsshalb auch mir sehr wahrscheinlich, dass das 
einmal ausgeschiedene Ferment bei Gegenwart einer genü¬ 
genden Säuremenge energischer wirkt; diese Säuremengen 
können jedoch minimal sein, wie das auch der Fall war in 
allen anderen von mir verwendeten Versuchsflüssigkeiten. Wie 
Betmer1) vor einiger Zeit nachgewiesen hat, sind Zusätze 
') Betmer: Ueber Fermente der Pflanzen und fiber die Wirkung 
®"Tr Gifte auf Fflanzenzellen. (Separat-Abdruck aus de« Sitzungs- 
l>ericliten der Jena’iscben Gesellschaft für Medizin’ und Naturwissen- 
«chaft, Jahrgang 18S1).
        

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