Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Beitrag zur Kenntniss leicht oxydirbarer Verbindungen des Pflanzenkörpers
Person:
Reinke, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16447/5/
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merksamkeit verdienen und von denen bereits manche der 
einfacher gebauten sich als ungemein leicht oxydirbär erweisen. 
Das Pyrogallol (Trioxybenzol) absorbirl in alkalischer Lösung 
begierig den Sauerstoff der Luft und zersetzt sich dabei in 
Kohlendioxyd, Essigsäure und einen braunen Körper von 
unbekannter Natur. Auch die Dioxybenzole (Brenzcatechin, 
Resorcin, Hydrochinon) sind leicht oxydirbare Körper, ihr 
\|**thylderivat, das Orcin, färbt sich schon roth an der Luft. 
An Abkömmlinge der Anthrachinonreihe zu denken, liegt 
Cbenfalls nahe, auch die Umwandlung von Indigweiss in 
Indigblau ist hierher zu ziehen, an sie wird speciell durch 
das Verhalten von Boletus luridus erinnert, dessen farbloses 
■ Gewebe auf einer Schnitt- oder Bruchfläche an. der Luft 
ogieich eine'blaue Farbe annimmt.1) Endlich giebt es eine 
Reihe von complicirter gebauten Pflanzenstoffen, die auch 
unzweifelhaft Benzolderivate sind, wenn gleich ihre Consti¬ 
tution noch nicht ermittelt wurde, und welche manche 
Analogien zur Verfärbung der Pflanzensäfte darbieten; ich 
nenne hier nur das Bras il in, dessen farblose wässerige 
Lösung an der Luft sich erst gelb, dann rothgelb färbt. Viele 
dieser aromatischen Verbindungen von höherem Molecular-’ 
gewicht spalten bei ihren Zersetzungen Kohlendioxyd ab, 
auch Essigsäure und Ameisensäure werden öfters dabei ge-, 
bildet. Für das Studium der regressiven Stbffmetamorphose 
in der Pflanze dürften solche Verbindungen, deren Verbreitung 
eine allgemeine zu sein scheint, ganz besonders in Betracht 
kommen. 
Im Folgenden will ich über den Versuch berichten, 
welchen ich zur Isolirung der leicht oxydirbaren, die Ver- 
forking des Saftes von Zuckerrüben und Kartoffeln bedingenden 
Substanzen unternommen habe. 
Wenn man in einem Probirröhrchen eine Probe , des 
frischen, eben rothgefärbten Saftes der farblosen Zucker* 
rübo mit Aether durschüttelt, so trennt sich die Flüssigkeit 
l) S c h o n h e i n (Verhandlungen der naturforschenden Gesellschaft 
in Basil, Bd. 1, S. 331) ff.) hält das Chromogen de» Boletus luridus für 
identisch mit demjenigen des Guajakharzes.
        

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