Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Beitrag zur Kenntniss leicht oxydirbarer Verbindungen des Pflanzenkörpers
Person:
Reinke, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16447/4/
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theile des Zellsafts dem Protoplasma, wobei selbstverständ¬ 
lich nicht ausgeschlossen ist, dass auch im Saftraum Störungen 
des chemischen Gleichgewichts und daher Umsetzungen Vor¬ 
kommen können. Insofern ist aber das Verhältniss vom 
Protoplasma zum Saftraum ein anderes wie dasjenige des 
Thierkörpers zur Harnblase, weil die in einer bestimmten 
Fiiitwickelungsphase der Pflanze an den Zellsaft abgegebenen 
Substanzen in einer anderen Phase vom Protoplasma derselben 
oder anderer Zellen wieder zu Zwecken des Wachsthums 
verbraucht werden können, wofür die vorübergehende Anhäu¬ 
fung von Zucker oder Asparagin im Zellsaft als Beispiel 
angeführt werden mag. 
Die Wichtigkeit des Vorkommens der erwähnten leicht 
oxydirbaren Substanzen in physiologischer Hinsicht bedarf 
kaum der besonderen Hervorhebung. Wenn man sich mit 
dem Studium des Wesens der Oxydationsprozesse in der- 
lebenden Pflanzenzelle beschäftigt, so ist eine der ersten 
hierbei sich aufdrängenden Fragen diese, ob in der Zell«* 
Substanzen Vorkommen, welche bei gewöhnlicher 
Temperatur mit dem Sauerstoff der Luft sich ver¬ 
binden, ohne dass es für das Zustandekommen 
der Oxydation einer Mitwirkung des lebenden 
Protoplasma bedarf. 
Um den in den oben geschilderten Vorgängen sich abspie¬ 
lenden Oxydationsprozessen näher treten zu können, ist die 
erste Vorbedingung die Isolirung jener leicht zersetzlichen 
Körper und die Ermittelung ihrer chemischen Constitution. 
Die Chancen zur Lösung dieser Aufgabe liegen nicht gerade 
günstig, die leichte Veränderlichkeit dieser Substanzen an 
der Luft lässt es von vornherein schwierig erscheinen, die¬ 
selben unzersetzt zu fassen. Immerhin fehlt es nicht an Anhalts¬ 
punkten, um daran Muthmassungen über die ungefähre 
Stellung dieser Körper im Systeme der KohlenstofTcheiliie zu 
knüpfen. 
Dass sie der aromatischen Reihe angehören, dürfte 
kaum zweifelhaft sein. Hier sind es wiederum die mehrfach 
hydroxylirten Benzolderivate, welche unsere .spezielle Auf-
        

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