Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Beitrag zur Kenntniss leicht oxydirbarer Verbindungen des Pflanzenkörpers
Person:
Reinke, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16447/16/
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Arbeit nehmen müssen. Allein gerade derartige, in geringer 
Menge vorhandene Substanzen fordern das Interesse des 
Physiologen heraus, weil sie vermuthlich zu jenen wichtigen 
Mittelgliedern der Stoffwechselprocesse gehören, welche als 
solche niemals zu grösserer Anhäufung gelangen, ohne deren 
Kenntniss und Feststellung aber von einem wirklichen Ver¬ 
stehen der Stoffwochselbewegungen nicht die Rede sein 
kann. Die in Bezug auf die erwähnten Körper nächstliegende 
Hypothese ist wohl diese, dass sie in physiologischer Hinsicht 
iler regressiven Reihe angehören, vielleicht aus der Spaltung 
von Eiweisstoffen direkt oder durch Synthese von Spaltungs¬ 
produkten entstanden sind’; ferner liegt es nahe, einen 
Zusammenhang zwischen ihnen und den Funktionen der 
Athmung zu muthmassen. 
In Bezug auf diesen letzten Punkt mag noch eine 
kurze Bemerkung gestattet sein, indem ich mir Vorbehalte, 
an anderer Stelle ausführlich darauf zurückzukommen. Wenn 
in der lebenden Zelle z. B. das Rhodogen eine Oxydation 
bis zu Kohlendioxyd und Wasser erfahren und ersteres im 
Athmungsprozess entweichen sollte — so würde man sich 
vorslellen können, dass die ganze Athmung der Zuckerrübe 
in dieser Oxydation des Rhodogens bestehe und andere, beim 
Athmungsprozess verschwindende Stoffe, wie Zucker, nur 
indirect zur Neubildung von Rhodogen verbraucht würden. 
Allein als die nächstliegende erscheint mir diese Annahme 
nicht. Ich glaube, es liegt noch keine Veranlassung vor, an 
der direkten Oxydation von Kohlehydraten durch aufgenom¬ 
menen Sauerstoff zu zweifeln; nur ist eine solche Oxydation 
kaum vorstellbar ohne vorherige Activirung des Sauerstoffs. 
Imbun mm das Rhodogen das 02-Molecül spaltet (reducirt) 
und mit den einen Oi sich verbindet, kann es das andere 
Oi disponibel machen zur Ausführung anderweitiger, ener¬ 
gischer Oxydationen. Das Rhodogen vermöchte somit als 
Oxydationsmittel analog zu wirken, wie Hoppe-Sey 1er 
es für den atomistischen Wasserstoff nachgewiesen hat, und 
es gestattet die von diesem Forscher vertretene Theorie der 
physiologischen Oxydation eine Erweiterung, wenn man die
        

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