Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein Beitrag zur Kenntniss leicht oxydirbarer Verbindungen des Pflanzenkörpers
Person:
Reinke, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16447/12/
safte* nicht sein. Essigsäure und Salzsäure gellen mit dem 
Safte einen weissen Niederschlag, von dem man ein klares, 
meist röthlich-gelbes Filtrat erhält. Wird Kartoffelsaft mit Essig¬ 
säure behandelt und die von dem entstehenden Niederschlage 
abfiltrirte klare Flüssigkeit mit Chlorbaryum im Ueberschuss 
versetzt, so erhält man einen reichlichen, weissen Nieder¬ 
schlag; wird dieser letztere abfiltrirt, das Filtrat unter Zusatz 
von Salzsäure längere Zeit erwärmt, so bleibt es klar: aus 
diesem Versuche scheint die Abwesenheit gepaarter Aether- 
schwefclsäuren im Kartoffelsaft zu folgen. 
Eine Portion KartofTelsaft wurde ferner mit Salzsäure 
aufgekocht, filtrirt, der Destillation unterworfen; im Destillate 
erzeugte Bromwasser keine Trübung: Abwesenheit von 
Phenol. 
Eine fernere Portion von Saft wurde im Wasserbade 
bis zur Coagulation der Eiweissstoffe erwärmt, das klare, 
aber braune Filtrat mit Aether ausgeschüttelt, der farblose 
Aether abdestillirt und eingedunstet. Der sehr geringe Rück¬ 
stand war völlig farblos und theilweise krystallinisch, ein 
Theil desselben löste sich in kaltem Wasser, diese Lösung 
gab mit Eisenchlorid eine schwache Grünfärbung. Der im 
Wasser unlösliche Rückstand erwies sich als sublimirbar 
und entwickelte, namentlich beim Erwärmen, einen starken 
Geruch nach Vanille. Da nun Sc heil) 1er1) Vanillin im 
Rübehrohzucker nachgewiesen hat — auch mir ist bei Ver¬ 
arbeitung des Rübensaftes mehrfach ein Vanillegeruch aufge¬ 
fallen —, so liegt es nahe, dass die Kartoffel ebenso wie 
die Zuckerrübe Vanillin in geringer Menge enthält. 
Endlich wurden verschiedene Quantitäten Kartoffelsaft 
mit Salzsäure aufgekocht, filtrirt, das Filtrat mit Aether aus¬ 
geschüttelt. Im Rückstände des Aethers bildeten sich grosse 
farblose Krystal té, bald Tafeln, bald Nadeln in einer röth- 
liclien Mutterlauge: aus dieser letzteren schieden sich in 
mehreren Fällen noch eigenthümliche gelbliche Sphärokrystalle 
aus. Während die letzteren in kaltem Wasser sich unlöslich 
*) Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft 1880, S. 335.
        

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