Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntniss der Bildung und Zersetzung des Tyrosins im Organismus
Person:
Blendermann, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16446/9/
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dio Reactionen desselben zeigte, jedoch eine verschiedene 
Zusammensetzung hatte, so wurde die Elementar - Analyse 
dieses aus dem Harn gewonnenen Tyrosins gemacht und 
wurden dabei folgende Werthe erhalten: 
OJ.°io Bit. °/o 
0,31 H 6,08 H 
59,98 C 59,60 G. 
Somit war die Identität unserer Substanz mit déni Tyrosin 
sicher festgestellt. 
Aus der von Tyrosinkrystallcn abfiltrirten Mutterlauge 
setzten sich bei längerem Stehen einige wenige Leucinkugeln 
ab. Schon aus der Kugelgestalt der ungereinigten Tyrosin- 
krystalle kann man, wie es scheint, auf das gleichzeitige 
Vorhandensein von Leucin schliessen. Wenigstens konnte 
ich, nachdem ich reines Tyrosin (0,5 gr. auf etwa 1 Liter) 
in Urin aufgelöst hatte, in dem auf übliche Weise verarbei¬ 
teten Harn nur Nadeln wiederfinden, keine Kugeln. 
Die plötzliche Veränderung in der Harnzusammensetzung 
vom G. zum 7. Tage sprach sich auch durch einen beträcht¬ 
lichen Wechsel des Verhältnisses der Sulfate zu den Aether¬ 
schwefelsäuren aus. An beiden Tagen wurden je 50 cc. des 
Harns auf Sulfate und Aetherschwefelsäuren untersucht. Diese 
Quantität ergab 
am 6. Tage 0,0905 gr. Ba SO* aus Sulfaten 
0,008 gr. » aus Aetherschwefelsäuren. 
am 7. Tage 0,0485 Ba SO* aus Sulfaten 
0,0155 » aus Aetherschwefelsäuren. 
Die relative Menge der gepaarten Schwefelsäuren war also 
um etwa das Vierfache vermehrt. Diese Steigerung darf 
wahrscheinlich zum grössten Theil auf Rechnung von ver¬ 
mehrter Phenol- und Parakresolausscheidung gesetzt werden. 
Eine directe Bestimmung der Phenole durch Fällung mit 
Bromwasser in dem Destillat des angesäuerten Urins war 
leider nicht ausgeführt worden. 
b) Phosphorvergiftung beim Hunde. 
Bei der Untersuchung des Harns von den mit Phos¬ 
phor gefütterten Hunden wurde auf Vermehrung der Phenol-
        

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