Bauhaus-Universität Weimar

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zur Asche, trotzdem letztere bei der Reife beständig 
abnimmt, doch immer constant 1:9 Va bleibt, so muss 
eine gewisse Quantität der Asche des Mostes, die sich 
nicht mehr in den Samen und auch nicht mehr im 
Moste findet hinweg- und wahrscheinlich in den Stamm 
hinüberwandern. 
Trotzdem nun der Arbeiten, welche auf diesem Gebiete 
entstanden, nicht wenige sind, so finden sich doch in der 
Literatur die widersprechendsten Angaben. Am häufigsten 
ist die Ansicht vertreten, dass beim Reifen der Früchte der 
Aschengehalt des Saftes und Fruchtfleisches beständig zu¬ 
nehme1). 
Nicht unerwähnt will ich lassen, dass manche analytische 
Resultate einiger Autoren nicht so ganz mit der von ihnen 
ausgesprochenen Annahme des fortwährenden ZunehmciiM 
der Aschenbestandtheile übereinstimmen. So z. B. finden 
wir in den Annalen der Oenologie 1870, S. 350 eine Tabelle 
Neubauers, worin der höchste Aschengehalt der Riesling- 
trauben am 12. Oktober zu 0,597 °/o, bei der Reife aber, am 
22. Oktober zu 0,534°/o also 10,6 °/o der Gesammtasche, 
niedriger gefunden ist. In der Arbeit von Mach und Por¬ 
tei e findet sich Aehnliches, so z. 13. betrug nach der Tabelle I, 
Weinlaube 1879, S. 207, der Aschengehalt des Mostes der 
Negraratrauben am 28. September 0,370°/o, am 12. Oktober 
0,326#/o, also ll,9#/o der Gesammtasche weniger. Die analy¬ 
tischen Belege stimmen also nicht immer ganz mit den aus¬ 
gesprochenen Sätzen genannter Forscher überein. 
Im oenologischen Jahresbericht für 1879, herausgegeben 
von Dr. C.. Weigelt wird ferner zur Stütze der Ansicht, 
nach welcher sich der Aschengehalt der Fruchtsäfte bei der 
Reife vermehren soll, Seite 77 eine Tabelle aus einer Arbeit 
l) Vergl. Neuhauer, über das Reifen der Trauben, Versuchs¬ 
stationen 1869, S. 410. 
Derselbe, chemische Untersuchungen über das Reifen der Trauben 
Annalen der Oenologie 1876, S. 343. 
Ferner Mach und Port eie, Reifestudien an Trauben u ml 
Früchten, Weinlaube 1879, XI, S. 207,
        

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