Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Nachweis und die Darstellung von Phenolen und Oxysäuren aus dem Harn
Person:
Baumann, E.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16443/9/
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welchem Hydrochinon und Bronzcateehin hoi -der Oxydation 
dieser Stolle im Organismus auftreten, slrts ungefähr das 
(deiche; die absolute Menge derselben ist indessen nach 
Hingabe von Benzol stets gering. 
8) Oxy säuren: a) Pa roxy ph c n y I ess ig silure 
(C« Ils O3) und II y d r 0 p a r a c u in a r s ä u r e (Ca Hi « O3). Circa 
Liter frischer, normaler, menschlicher Harn werden zun’i 
dünnen Syrup verdunstet, mit Essigsäure stark ungesäuert 
und mit Aether extrahirt. Die Aetherauszuge werden , mit 
überschüssiger Sodalösung wiederholt geschüttelt; die ver¬ 
einigten wässerigen alkalischen Lösungen werden von Neuem 
ungesäuert und mit Aether ausgeschüttelt. Der Aetlierauszug 
wird, nachdem der Aether ahdestillirt ist, auf dem Wasser¬ 
bade erwärmt bis die Essigsäure zum grössten Theile’ ver¬ 
jagt ist, in wenig Wasser gelöst und mit neutralem Bleiacetat.' 
versetzt, so lange ein Niederschlag entsteht. Aus dem Filtrat 
dieses Niederschlages werden durch basisches Bleiacetat die 
Oxysüuren gefällt ; der ausgewaschene und abgepressto Nieder¬ 
schlag wird in Wasser zertheilt, mit Schwefelwasserstoff zer¬ 
legt und die Lösung von Neuem mit Aether ausgezogen. 
Nach dem Verdunstendes Aethers dieser Auszüge hint erbleiht 
ein stark saurer, gelber Syrup, der meist nach einiger ‘Zeit 
krystallinisch erstarrt. Tritt auch nach längerem Stehen 
keine Krystaltisation ein, so ist es zweckmassig, den Syrup 
in \\ asser zu lösen, mit kohlensaurem Baryt zu kochen und 
aus der Lösung der Barytsalze die Säuren von Neuem abzu¬ 
scheiden. Die aus dem Menschenharn auf diese -Weise dar¬ 
gestellten Oxysäuren erstarren stets nach .einigen Tagen 
krystallinisch; viel langsamer und schwieriger erfolgt die 
Kristallisation der Oxysäuren aus dem Hunde- und Pferdê- 
harn. Die zum Krystallbrei erstarrte Masse wird zwischen 
Papier möglichst abgepresst und aus wenig Wasser umkrystal- 
lisirt. Die Paroxyplienylcssigsäure krystallisirt dabei in langen 
durchsichtigen Prismen und wird durch einmaliges Umkrystal- 
lisiren aus viel Benzol völlig rein erhalten (Schmelzpunkt 148°). 
Aus der eingedampften Mutterlauge wird durch Kochen mit 
einer zur völligen Lösung unzureichenden Menge Benzol die
        

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