Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Gehalt verschiedener Futtermittel an Stickstoff in Form von Amiden, Eiweiss und Nuclein
Person:
Klinkenberg, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16442/2/
dasselbe für die Ernährung des thierischen Organismus voll¬ 
ständig werthlos ist und es ist desslialb zur Werthbestimmung 
der Nabrungs- und Futtermittel die Trennung des Nucleins 
von den verdaulichen Proteïnstoffen unbedingt erforderlich. 
Die quantitative Trennung der Ei Weissstoffe von den 
andern in den Vegetabilien enthaltenen Stickstoffverbindungen, 
sowie die Ermittelung der verdaulichen Eiweisstoffe ist nun 
nach den von A. Stutzer angegebenen Methoden leicht 
ausführbar und habe ich nach denselben in einer Anzahl 
vegetabilischer Futtermittel den Stickstoff in seinen ver¬ 
schiedenen Formen quantitativ bestimmt. In dem Nach¬ 
folgenden erlaube ich mir die bei den verschiedenenen 
Bestimmungen befolgten Methoden kurz anzugeben und ver¬ 
weise ich in Bett eff der Einzelheiten auf die bezüglichen 
Abhandlungen von A. Stutzer1). 
Die Bestimmung des Stickstoffs geschah durch Glühen 
mit Natronkalk nach der Vari e n tra pp- Will’ scheu Methode 
und wandte ich stets Verbreunungsröhren von 45 cm. Länge 
an. Die Absorption des gebildeten Ammoniaks geschah 
durch Ü5 Gern, titrirte Schwefelsäure und wurde die über¬ 
schüssige Schwefelsäure mit Barytwasser von bekanntem Gehalt 
zurück! itrirt. 
Zur Ermittelung des Gesammt-Stickstoffs wurde 1 gr. 
Substanz in der gewöhnlichen Weise verbrannt. 
Den Protein-Stickstoff bestimmte ich auf die Weise, dass 
ich 1 gr. Substanz mit 100 Ccm. Wasser circa 15 Minuten 
auf dem Wasserbade erhitzte und hierauf die Protei'nstoffe 
mit vollkommen neutralem Kupferoxydhydrat in der Form 
von unlöslichen Kupferverbindungen ausfällte. Das Kupfer- 
oxydhydrat wurde nach dem von G. Fassbender2) ange¬ 
gebenen Verfahren dargestellt und wandte ich zur Fällung 
eine Quantität an, welche ungefähr 0,3—0,4 gr. Cu (011)2 
entsprach. Bei vielen Futtermitteln ist indessen zur voll¬ 
ständigen Ausfällung der Proteinstoffe vor der Fällung mit 
Kupferoxydhydrat ein geringer Zusatz von Essigsäure erforder- 
') Journal für Landwirtschaft 1880, S. 103, 195. 
ry Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft 1880, S. 1821.
        

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