Bauhaus-Universität Weimar

138 
Ein anderes Mal hatte ich kalt gelöst und eine Nacht 
über stehen gelassen. (a)i, fand ich dann unter sonst gleichen 
Bedingungen = + 33,30. Leider konnte ich wegen Mangel 
an Material keine weiteren Versuche machen, um den Grund 
dieser Differenz aufzuklären. Vielleicht besitzt die Gentianose 
Birotation. 
Beim Erhitzen der Gentianose mit verdünnter Schwefel¬ 
säure entstand ein reducirender und linksdrehender, mit 
Hefe leicht gälirender Körper. 
Die Gentianose wurde in 25 Theilen Wasser gelöst. 
2% der angewandten Gentianose an SO4 II2 zugesetzt und 
die Lösung im zugeschmolzenen Rohre auf 100° G. erhitzt. 
Die Inversion war in zwei Stunden beendet. 
Als mit Baryt die Schwefelsäure entfernt war, blieb 
ein farbloser, süsslichor Syrup zurück. Bei 18° C. und der 
Concentration 4, in massiger Lösung, war («)u = 20,2. Die 
Drehung nahm beim Erwärmen der Lösung ab. Die Reduc- 
tionsfahigkeit des Syrups für Fehl ing'sche Lösung war 
gleich der des Traubenzuckers. Zur Krystallisation konnte 
ich den Syrup nicht bringen. Wegen Mangel an Material 
konnte ich den Invertzucker , nicht weiter untersuchen. Viel¬ 
leicht liegt ein Gemisch von Lævulose uiid Dextrose vor; 
Drehung und Reduction sprechen für diese Annahme. Nach 
allen mitgetheilten Daten scheint die Gentianose dem Rohr¬ 
zucker nahe zu stehen. 
Einen Theil der Arbeit habe ich im Laboratorium des 
Herrn F. Muse ul us ausgeführt, und sage Herrn Mus culus 
für seine Freundlichkeit hier meinen Dank. 
Pharmaeeutisches Institut der Universität Strassburg, 
20. November 1881.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.