Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wirkung des Calomel auf Gährungsprozesse und das Leben von Mikroorganismen
Person:
Wassilieff, N. P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16439/4/
welchen die genannten Stoffe für unseren Organismus assimi- 
lationsfahig werden. Somit bestand die Aufgabe meiner 
folgenden Versuche darin, zu untersuchen, in welcher Weise 
das Calomel jedes einzelne dieser drei Fermente beeinflusst. 
Ich will mit der Beschreibung der Untersuchungen in Betreff 
des eiweissverdaucnden Ferments beginnen. 
Nach den Forschungen verschiedener Autoren darf es 
jetzt als ziemlich festgestellt gelten, dass als Resultat der 
Einwirkung des Pancreassaftes auf die Albuminate sich Peptone» 
Leucin und lyrosin bilden. Anderseits jedoch siebt man, 
sowohl im Darmkanal als auch bei Versuchen mit künstlicher 
Verdauung sich aus den Albuminaten Stoße abspalten, die 
ihre Existenz einzig und allein FäulnissproZessen verdanken, 
wie solche gleichermassen im Darmtractus, wie bei Versuchen 
mit künstlichen Verdauungsflüssigkeiten, vor sich zu gehen 
pflegen. Die Produkte dieser Vorgänge sind Indol, Phenol, 
Kresol, Hydroparacuinarsuure, Scatul u. s. w. Nach B r i e g e f 
gehört das Indol fast zu den integrirenden Bcstandtheilen 
des Hunde- und Menschenkollies. In letzteren fand derselbe 
Autor ausserdem noch regelmässig Scatol. Im Hinblick auf 
diese Thatsachen unternahm ich es, in gleich anzuführenden 
Versuchen den beiden folgenden Fragen näher zu treten, 
1) wie wirkt das Calomel auf das eiweissverdauende Pancreas- 
ferment selber; 2) bilden sich bei Gegenwart dieses Mittels 
aus den Albuminaten solche Stoffe, wie z. R. Indol, Phenol, 
Scatol u. s. w. ? 
Versuch 3. 
In zwei grosse Bechcrglässer werden je 000 Cc. Pancreas- 
extractes gebracht (das Extract wurde folgendermassen be¬ 
reitet: zwei feingehackte Bauchspeicheldrüsen vom Ochsen 
werden eine Zeit lang mit Wasser extrahirt; das Gemisch 
wird durch Leinwand colirt). Zu jeder Portion der Lösung 
werden 200 gr. Fibrin zugesetzt, welches in Salicylsäure auf¬ 
bewahrt, aber vor dem Gebrauch sorgfältig gereinigt war. 
Ausserdem kommt noch in eines der Gelasse Calomei in 
m einem Quantum von 5 gr. Beide Gemenge bleiben im
        

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