Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wirkung des Calomel auf Gährungsprozesse und das Leben von Mikroorganismen
Person:
Wassilieff, N. P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16439/2/
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Jahre 1857 beobachtet, dass Hfihnereiweiss und Blut mit 
Calomel vermengt tagelang stehen können ohne Fäulniss- 
geruch von sich zu geben. Auch Iloppe-Sey 1er erwähnt 
in seinem Buche die 1‘üulnisswidrige Wirkung des Calomels 
und erklärt hieraus das Auftreten der grünen Calomelstühle 
mich Darreichung dieses Mittels. Im Hinblick auf diese An¬ 
deutungen nun, in Betreff der Fähigkeit des Calomel, Fäul- 
nissvorgänge hintanzuhalten und aufzuheben, unternahm ich 
es, auf eine Aufforderung des Prof. Hoppi -Sey 1er hin, 
diese Frage einer weiteren Bearbeilung zu unterziehen und 
namentlich erstens zu untersuchen, wie sich das Quecksilber- 
clilorür gegenüber den sogenannten nicht organisirten Fer¬ 
menten der V erdauungssälte (Enzyme) verhält und zweitens, 
welche Wirkung dasselbe aut die niederen Organismen, — 
welche sowohl das Zustandekommen von Fäulnissyorgängeu, 
als auch mancher Orten von Gährungsprozesseu bedingen, 
entfaltet. 
I. Versuche mit künstlichem Magens a f text rakt.1 
In dieser Reihe von Versuchen beschäftigte mich aus¬ 
schliesslich die Frage, ob nicht das Caloinel das Vörsicli- 
gehen der Verdauungsprozesse des Magens in irgend einer 
Weise beeinträchtigt? 
Versuch 1. 
Zwei ziemlich grosse Becher werden jeder mit 250 Gc. 
künstlich bereiteten Magenaufgussesr) gefüllt; zu jeder Portion 
00 gr. frischbereiteten Fibrins zugesetzt. Ausserdem wird in 
( inen Becher 3 gr. Calomel gebracht. In. letzterem Becher 
nimmt die Mischung bald eine gräuliche Färbung: an Beide 
Portionen werden häutig umgeschüttelt und bleiben bei Zimmer¬ 
temperatur2) stehen. Kurze Zeit nach Beginn des Versuches 
fängt das Fibrin, in beiden Bechern gleichmässig, an sich zu 
') Die Schleimhaut eines Sclweinemageus wird naçh vorgängiger 
sorgfältiger Ahspfilung zerkleinert und in 1500 €c. Wasser ge than,’ 
welchem S Cc. concentrate Salzsäure pro Liter Flüssigkeit beigemengt 
sind. Nach mehrstündigem Stehen wird die Mischung filtrirt. 
) Die Versuche wurden im Laufe dieses Sommers angestellt.
        

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