Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wirkung des Calomel auf Gährungsprozesse und das Leben von Mikroorganismen
Person:
Wassilieff, N. P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16439/12/
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Albuminate obliegt, in’s Klare gesetzt habe, will ich in Fol¬ 
gendem untersuchen, welchen Einfluss das Quecksilberchlorär 
auf ein anderes Pancreusfennent, nämlich auf das die Fette 
zerlegende, ausübt. Die Lösung dieser Frage erscheint uni so 
interessanter, als bis auf den heutigen Tag die Existenz eines 
derartigen Ferments zweifelhaft ist, da dasselbe nicht abge¬ 
trennt werden konnte1). Da jedoch die Thatsache feststeht, 
dass in faulenden Flüssigkeiten die Fette ebenfalls ziemlich 
rasch verseift werden, so lag die Vermuthung nähe; dass 
auch im Darm die Fette vielleicht nicht durch ein flieht- 
orgauisirtes Ferment, sondern in Folge der hier’stattündenden 
Fäulnissprozcsse zerlegt werden. Im Calomel haben wir nun 
ein Mittel, welches die Fäulniss hintanhält und bediente ich 
mich daher seiner bei der Lösung dieser fraglichen Punkte. 
Und in der That überzeugte ich mich nach einigen vorläufigen 
Versuchen, dass das aus der Pancreasdrüse bereitete Extract, 
auch bei Zusatz von Calomel, Fette zu zerlegen im Stande 
ist. Zur grösseren Uebcrsichtlichkeit erlaube ich mir folgende 
zwei Versuche in extenso anzuführen. V 
V ers uch 12. 
In zwei Bechergläser kommen je 107 gr. Pancreas- 
extrakt (das Pancreas einem unmittelbar vor dem Versuche 
getödtet-en Hunde entnommen) und je 5 gr. käuflicher Butter 
[die Butter wurde vorher geschmolzen, sorgfältig mit einer 
Lösung von kohlensaurem Natron zusammengemischt und 
darauf einige Male mit Wasser ausgewaschen]. Einem dieser 
Gemenge wird noch ausserdem 2 gr. Galömel zugesetzt. 
Beide Portionen werden häufig umgeschütteU und bleiben 
bei Zimmertemperatur stehen. Nach einigen Stunden haben 
sich in beiden Bechergläsern Emulsionen gebildet. Nach 
Ablauf von 22 Stunden werden beide Gemische leicht mit 
Salzsaure angesäuert und einige Male mit Aether aufge¬ 
schüttelt. Die einzelnen hierbei zur Verwendung gekommenen 
Aethermengen werden zusammengemischt und eine Lösung 
l) Hinsichtlich dieses Punktes existirt nur eine kurze Mittheilung 
\on Prof. W. Paschutin, welchem es gelungen ist, dieses Ferment 
duich antimonsaueres Kali und doppel kohlensaueres Natron auszuscheiden.
        

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