Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Lehre vom Pepton, V: Das Verhalten des Peptons in der Magenschleimhaut
Person:
Hofmeister, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16435/4/
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Minuten wahrendes Erwärmen auf 00° hinreicht um i|„. 
«•ui Ziel zu sülzen. Fur diese Auffassung spiklii ferner du, 
Umstand, dass der dem lebenswarmen Thier entnommene 
und in die feuchte Kammer gebrachte Magen auch nach 
I— 2 ständigem Verweilen bei 40° durchaus den Eindruck 
eines lebenden Gewebes macht, wie ich denn wiederholt 
beobachtete, dass sich die vorher sorgfältig abgetrocknete 
Schleimhautflüche während dieser Zeit mit einer frischen 
Schichte glasigen Schleims bedeckte und dass das durch ab¬ 
sichtliches Dehnen in seiner Form veränderte Magenstüek 
immer wieder zu dem ursprünglichen Contractionszustand 
zurückkehrte. Man hat daher kaum Grund, an eine post¬ 
mortale Veränderung zu denken. In der That sind keine' 
ausserhalb des Organismus wirkenden Kräfte bekannt, durch 
welche die in Rede stehende Umwandlung bewirkt sein 
könnte, f ermentorganismen, an welche man noch am ehesten 
denken könnte, müssen, um merkliche Veränderungen hervor¬ 
zubringen, bereits in grosser Zahl vorhanden sein, was 
wiederum (‘ine gewisse Entwickelungsdauer veraussetzt; so 
weit übrigens unsere Kenntnisse reichen, ist die Ansiedelung 
von niederen Pilzen in thierischen Geweben mit Bildung von 
Pepton, nicht aber mit einem Verbrauch desselben verbunden* 
Aus dem Umstand, dass die Umwandlung des Peptons 
auch im Magen verbluteter Thiere erfolgt, geht hervor, dass 
das Blut bei derselben keine Rolle spielen kann. Da ferner 
bei Erklärung der Erscheinung die Muscularis und Serosa 
nicht in Betracht kommen können, so muss die Ursache der¬ 
selben in chemischen Vorgängen gesucht werden, die ihren 
Sitz in der Magenschleimhaut haben. 
Damit Findet auch ein von Salvioli *) mitgetheilter 
Versuch seine Erklärung, dessen Ergebniss bei der Annahme, 
dass die Umwandlung des Peptons erst im Blute erfolgt, 
unverständlich bleibt. Salvioli fand bei einem seiner 
Durchblutungsversuche am überlebenden Dünndarm, dass das 
in den Darm eingebrachte Pepton in einigen Stunden aus 
) Salvioli Archiv f. Physiologie von Du Uois-Heymond 
Jahrgang 1880 Suppleinenlbantl J1&
        

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