Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Lehre vom Pepton, IV: Ueber die Verbreitung des Peptons im Thierkörper
Person:
Hofmeister, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16434/14/
Harnstoffausfuhr bei mit Fleisch gefütterten Hunden. Panum1) 
fand, dass dieselbe ihr Maximum in der 13.—G. Stunde nach 
der Fütterung erreicht und dass 7 - 7 Va Stunden nach der¬ 
selben bereits die Hälfte der Harnstoffmenge ausgeschieden 
ist, welche nach Aufnahme der betreffenden Fleischportion 
in 21 Stunden zur Secretion kommt. 
Nach C. Ph. Fa Ick2) erreichte ferner die Curve der 
Ausscheidung bei Zufuhr von 500 gr. Fleisch an einen 7 kg 
schweren Hund in der 7. Stunde ihren Höhepunkt, um dann 
wieder zu sinken. Es lässt sich nicht leugnen, dass dies»' 
auffällige Analogie in dem Gange der Pcpt.onbildung und 
Peptonresorption einerseits, der Harnstoffausfuhr andererseits 
zu Gunsten der Annahme spricht, dass ein beträchtlicher 
Theil des aufgenommenen Peptons im Körper rasch inseine 
Endprodukte zerfällt. 
Im Dickdarm macht sich der Einfluss der Verdauung 
auf den Peptongehalt der Schleimhaut nicht mehr deutlich 
bemerkbar, was leicht seine Erklärung in dem Umstande 
timtet, dass die Peptonisirung des verfütterten Fleisches sich 
fast ausschliesslich im Magen abspielt, so zwar, dass selbst 
im Zwölffingerdarm meist nur spärliche, schleimige Flüssigkeit^ 
nur ganz ausnahmsweise ein vereinzelter Fleischbrocken an¬ 
getroffen wird. Die Peptonmengen, welche der Resorption 
im Dünndarm entgehend, ihren Weg über die Bauhin’sche 
Klappe hinaus linden, sind beim Hunde verschwindend gering. 
Bemerkenswerth erscheint der Umstand, dass das Pepton 
auch in der Darmschleimhaut hungernder Thiere nicht voll¬ 
ständig vermisst wurde. Ob die gefundene geringe Menge 
ein von der Zeit der Verdauung lier verbliebener Rest, oder 
aber anderer Herkunft ist, kann vorläufig unerörtert bleiben. 
Eine nähere Betrachtung scheinen mir ferner die Be¬ 
ziehungen zu verdienen, welche sich aus meinen Versuchen 
für den Peptongehalt der Darmschleimhaut einerseits, dem 
«les Blutes andererseits ergeben. Derselbe ist mit einer einzigen 
') l’unuin, Jahresbericht für Thierchemie 1871. S. 3tMi. 
-) C. Pli. Falck, Beiträge zur Physiologie, Pharmakologie tm*l 
Toxikologie. Stuttgart 1875, 'S. 185.
        

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