Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Untersuchungen über die besten Methoden, Blei, Silber und Quecksilber bei Vergiftungen im thierischen Organismus nachzuweisen
Person:
Lehmann, Victor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16432/6/
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Nim war aber zunächst noch die frage zu entscheiden: 
Geht das Blei, welches in den lebenden Organismus einge¬ 
führt wird, so in den Harn über, dass es direkt durch 
Schwefelwasserstoff abgeschieden werden kann, oder tritt cs 
in eine organische Verbindung ein, in der es ähnlich gebun¬ 
den ist, wie z. B. das Eisen im Ferrocyankalium oder das 
Eisen im normalen Harn l)? Zu diesem Zwecke wurden die 
folgenden Versuche angestellt. 
Versuch 5. 
Es wurden 10 Ccm. Harn von einem Kaninchen, dem 
12 mgr. Bleinitrat unter die Haut gespritzt worden waren, 
direkt mit Schwefelwasserstoff behandelt. Es entstand keine 
Spur eines Schwefelbleiniederschlages. 
Versuch 6. 
10 Ccm. desselben Harnes wurden auf die oben ange¬ 
gebene Weise mit chlorsaurem Kali und Salzsäure zerstört, 
dann mit Schwefelwasserstoff behandelt. Die salpetersaure 
Lösung des Niederschlags wurde abgedampft; der Rückstand 
in Wasser unter Zusatz von Natronlauge gelöst, gab deutliche 
Fällung durch Schwefelwasserstoff. 
Die beiden letzten Versuche zeigen, dass das Blei bei 
Vergiftungen in einer derartigen Verbindung im Harne ent¬ 
halten ist, dass es durch Schwefelwasserstoff nicht direkt 
gefällt werden kann. Es ist daher nothwendig, vorher die 
organischen Substanzen zu zerstören. 
II. 
Abscheidung durch Elektrolyse. 
Zur Abscheidung durch die Elektrolyse wurde nur der 
Harn benutzt. 
Es wurde zuerst versucht, ob bestimmte Quantitäten 
Blei, die dem Harne zugesetzt waren, ohne weitere Behand¬ 
lung elektrolytisch abgeschieden werden konnten. 
Versuch 7. 
Es wurden 50 Ccm. Harn mit 1 mgr. Bleinitrat ver- 
*) Si«‘he Ma g nier, in den Ber. d. Chem. Gesellsch. 1874, S. 17ÎW». 
— Ham lunger, in der Zeitschr. f. physiol. Chem, II,. 102.
        

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