Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Untersuchungen über die besten Methoden, Blei, Silber und Quecksilber bei Vergiftungen im thierischen Organismus nachzuweisen
Person:
Lehmann, Victor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16432/14/
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Dasselbe bewirkt schon im Munde, dann im Magen, die Bil¬ 
dung von Silberalbuminat, woraus wahrscheinlich seine Re¬ 
sorption theilwêise zu erklären ist, da sich das Silberalbuminat 
in sauren wie alkalischen Flüssigkeiten löst1). Werden Sil¬ 
bersalze resorbirt, so scheinen sie überall im Körper reducirl 
zu werden, und es lagert sich dann in den Organen metalli¬ 
sches Silber ab, wie sich aus der Untersuchung von Individuen 
die an Argyria gelitten hatten, ergeben hat. 
Der Uebergang des Silbers in den Harn konnte von 
Or fila2) und von Jacobi3) nicht nachgewiesen werden 
der Nachweis gelang dagegen Orfila junior, Landerer, 
Panizza, Rözsahegzi4)* Mayençon und Bergcret, 
und Bogosiowsky5), der es auch in der Galle fand. 
Rozsahegzi4) fand es auch bei subkutaner Injektion 
im.Kolb, Magen und Darm, Orfila wies es in der Geber nach. 
Zur Trennung des Silbers von anderen Metallen dient 
zunächst seine Fällbarkeit durch Salzsäure. Das dadurch ge¬ 
fällte Chlorsilber ist in kaltem, wie in heissem Wasser un¬ 
löslich, und man kann durch heisses Wasser das Chlorblei 
davon trennen. Das Chlorsilber löst sich in Ammoniak und 
wird dadurch vom Quecksilberchlorür, das darin unlöslich 
ist, getrennt. Durch Uebersättigen der ammoniakalischen 
Lösung mit Salpetersäure wird das Chiorsilber wieder abge¬ 
schieden. Es gibt mit Soda vor dem Löthrohr ein weisses 
duktiles Silberkorn ohne Beschlag. Zum Nachweis des 
Silbers in Lösungen wird auch noch Kaliumchromat, sowie 
Schwefelwasserstoff verwendet, welche einen Niederschlag von 
rothem chromsauren Silber, resp. von schwarzem Schwefel¬ 
silber geben. 
Das in den Organen befindliche Silber muss natürlich 
zum Zwecke des Nachweises erst in Lösung gebracht weiden. 
i) Siehe Gru’elin, Organische Chemie. 5. Bd. Zoochemie S. ->7l. 
') Toxikologie. 
*) Archiv f. expcr. Pathol, u. Pharm. VIII. 3. S. 217. 
4) Archiv für exper. Pathol, und Pliarmak. IX. Hett 3 u. 4. S. 2s'*- 
6) Journal de Panatoroie et de la physiologie. 1873. 
•t Archiv für pathol. Anatomie. XLVI. 4. S. 40h.
        

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