Bauhaus-Universität Weimar

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Durchmesser auftrete(2. Stadium meiner Beobachtung). Später 
gab Pasteur1) eine neue Abbildung des Harn fermen tes und 
vergleicht es mit den von ihm im schleimigen Wein nach¬ 
gewiesenen Pilzen, welche aus rosenkranzartig angeordneten 
Kügelchen mit einem Durchmesser von 0,2 Mikromm. bestehen. 
Van Tieg hem, h>c. eil, beschreibt die Pilze als aus 
rosenkranzförmigen Ketten oder kleinen Hauten sphärischer 
Kügelchen (meine Zoogloeaform) bestehend, welche sich durch 
Knospung (?) vermehren sollen. 
Golm2) bestätigte dje. Pa steil r’schen Befunde und 
fand, dass frischer, saurer Harn, nachdem er zwei Tage bei 
einer Temperatur von 00" G. an der Butt gestanden war, 
eine Trübung zeigte unter Entwickelung von Kugelbaclorien, 
für welche er den Namen Micrococcus urea* vorschlug. 
Es haben also auch die früheren Forscher ganz ähn¬ 
liche Formen wie ich beobachtet und die Differenz in ihren 
Angaben über die Morphologie dieses Pilzes dürfte darauf 
zu beziehen sein, dass sie ihn immer blos in einem der drei 
Stadien seiner Entwickelung beobachteten. 
S c h I u ss béni e r k u n g e n. 
Der Hurnslofl'pilz bedarf zu seiner Entwickelung des 
Phosphors, Schwefels, Sauerstoffs, Kaliums*,* Magnesiums, 
Kohlenstoffs und Stickstoffs. 
Phosphor, Schwefel, Magnesium nimmt er in der Form 
von phosphorsaurem Kali und schwefelsaurer Magnesia auf. 
Den Stickstoff entnimmt er mit Vorliebe dem Harn¬ 
stoff, letzterer kann aber durch die Ammoniaksalze der Oxy- 
follsäuren, der Bernsteinsäure, durch die Amidofctlsäuren, 
Asparaginsäurc und Asparagin, oxaminsaure Salze, Kreatin, 
Pepton und hippursaure Salze ersetzt werden. 
Als kohlenstoffhaltiges Material sind verwendbar: die 
Salze der Essigsäure, Milchsäure, Bernsteinsäure, Aepfelsäure, 
*) !.. Pas! e ur: Hl tu les sur le vins, (.'.amples rendus, T. I.VI1I, 
l>. M:2. 1S(U, Fig. II. 
’) r.ol'Hi; î lei trüge zur H'Milo
    

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